Die Ausbreitung des Coronavirus hat immer drastischere Folgen: Während in der Schweiz eine wichtige Automobilmesse abgesagt wird, bedroht das Coronavirus in Japan die Olympischen Spiele. Alle Infos im Newsblog.
In Deutschland gibt es weitere Coronavirus-Fälle. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte an, er erwarte eine noch deutlich stärkere Verbreitung im Land. Auch weltweit steigen die Zahlen der Neuerkrankungen stetig, bisher gibt es nach offiziellen Angaben mehr als 80.000 Infizierte und fast 3.000 Tote.
14.22 Uhr: Britischer Passagier der "Diamond Princess" gestorben
Ein Brite, der Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" war, ist einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge gestorben. Das Schiff steht im japanischen Hafen Yokohama unter Quarantäne.
14.08 Uhr: LKA: Cyberkriminelle nutzen Sorgen wegen Coronavirus aus
Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat vor einem Medizin-Fakeshop im Internet gewarnt, der die Sorgen wegen der Verbreitung des neuartigen Coronavirus ausnutzt. Cyberkriminelle werben über einen angeblichen Online-Medizinshop beispielsweise mit verschiedenen Atemschutzmasken, wie das LKA über Twitter warnte. Per Spam-Mail hätten die Täter ihr Angebot an zahlreiche Empfänger verschickt und den Firmennamen eines realen deutschen Unternehmens missbraucht - das bereits Anzeige erstattet habe. Das LKA riet im Falle einer Bestellung und Bezahlung bei dem Fakeshop, den jeweiligen Zahlungsanbieter zu kontaktieren und die Zahlung zu stoppen.
14.02 Uhr: Virusangst sorgt für erste Hamsterkäufe
Die Angst vor dem Coronavirus sorgt inzwischen für erste Hamsterkäufe in Deutschland. Zahlreiche Handelsketten berichteten am Freitag bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur von teilweise deutlich erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden dadurch auch zu Engpässen gekommen.
Der Discounter Lidl teilte mit: "In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir deutlich erhöhte Abverkäufe." Vor allem haltbare Lebensmittel wie Konserven und Nudeln, aber auch Toilettenpapier und Desinfektionsmittel würden aktuell stark nachgefragt. Lidl arbeite intensiv daran, die Warenversorgung in den Filialen sicherzustellen.
Auch Aldi Süd berichtete von einer verstärkten Nachfrage. Das Unternehmen betonte: "Wir sind darauf vorbereitet und erhöhen entsprechend unsere Lagerbestände." Aldi Nord meldete "vereinzelt" höhere Absatzmengen bei haltbaren Lebensmitteln und Hygieneprodukten. Dies könne dazu führen, dass Artikel zeitweise in den Märkten vergriffen seien. Weitreichende Lieferengpässe für Lebensmittel oder Hygieneprodukte schloss das Unternehmen allerdings "zum jetzigen Zeitpunkt" aus. Auch der Großflächendiscounter Kaufland räumte ein: "Bei stark nachgefragten Produkten kann es kurzfristig zu Engpässen kommen."
Die Supermarktkette Rewe verzeichnete "nicht flächendeckend, aber durchaus bundesweit" eine erhöhte Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln. Die Warenversorgung für die Rewe-Märke und die konzerneigene Discountkette Penny gestalte sich aber weiter normal. Ähnlich äußerte sich die SB-Warenhauskette Real. Ein Sprecher sagte, das Unternehmen habe seine Lagerbestände bereits erhöht und beobachte die Entwicklung genau, um auf weitere Nachfrageveränderungen schnellstmöglich reagieren zu können.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) betonte, grundsätzlich seien die Lieferstrukturen im Handel "effizient und gut vorbereitet, sodass die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist".
13.55 Uhr: 1.200 Untersuchungen auf Coronavirus pro Tag in Bayern
In Bayern werden nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit täglich 1.200 Proben auf das neuartige Coronavirus untersucht. "Das wird schon noch mehr werden", sagte LGL-Leiter Andreas Zapf am Freitag in München nach einer Sitzung mit Mitgliedern des Kabinetts. Die aktuelle Zahl beruhige ihn aber schon mal. Seit Januar werde die Laborkapazität erhöht, noch seien nicht alle Einrichtungen in Bayern damit befasst.
13.48 Uhr: Ausnahmezustand in Japan – Olympia in Gefahr
Das Coronavirus rückt immer näher an die Sommerspiele in Tokio heran. Auf der japanischen Insel Hokkaido – und damit auch im Olympiaort Sapporo – wurde der Ausnahmezustand ausgerufen.
Der Gouverneur von Hokkaido, Naomichi Suzuki: Wegen des Coronavirus wurde auf der japanischen Insel Hokkaido der Ausnahmezustand ausgerufen – auch die Olympischen Spiele im Sommer sind in Gefahr. (Quelle: AP/dpa)
Die Hauptstadt der zweitgrößten Insel Japans, Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1972, soll bei den Sommerspielen Schauplatz der olympischen Wettbewerbe im Marathonlauf und im Gehen sein. Die 5,7 Millionen Einwohner Hokkaidos wurden aufgefordert, am Wochenende ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Aktuell sind 63 Menschen infiziert.
Dagegen soll der für Sonntag terminierte Tokio-Marathon wie geplant stattfinden. Die Organisatoren hatten aber bereits vor zehn Tagen entschieden, nur 200 Eliteathleten teilnehmen zu lassen. Üblicherweise gingen zuletzt stets zusätzlich rund 40.000 Hobbyläufer auf den Kurs durch die japanische Hauptstadt.
13.36 Uhr: Bayern richtet Krisenstab zum Coronavirus ein
Bayern richtet einen Krisenstab zum Coronavirus ein. Das kündigte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag nach einer Sitzung des Kabinettsausschusses in München an. Darin sei vor allem das Innenministerium einbezogen. Bislang hatte eine Arbeitsgruppe des Gesundheitsministeriums rund 25 Mal getagt, sagte Huml. Diese sei zuletzt schon mit Vertretern anderer Ministerien verstärkt worden.
13.33 Uhr: Bislang kein weiterer Coronavirusfall nach Infektion von Klinikarzt in Hamburg
Nach der Ansteckung eines Kinderarztes am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) mit dem neuen Coronovirus gibt es bislang keine weiteren bestätigten Infektionsfälle. Das teilten die Behörden und das UKE am Freitag in der Hansestadt mit. Derzeit werden rund 50 enge Kontaktpersonen des Manns aus dem Patienten- und Kollegenkreis überwacht und isoliert. Die Tests auf mögliche Infektionen unter diesen liefen jedoch noch.
13.28 Uhr: Wegen Coronavirus: Asienreise von Alhusmann droht Absage
Eine knapp einwöchige Asienreise von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) steht wegen des Coronavirus vor der Absage. Es könne sein, dass die Reise nach Vietnam und Thailand "mit Blick auf die Gesundheit aller Teilnehmer" nicht stattfindet, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag in Hannover. "Eine Absage erscheint im Moment wahrscheinlich." Die Abreise war bisher für den 8. März geplant. In Bangkok, Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt wollte Althusmann mit einer Wirtschaftsdelegation unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Autoindustrie, Digitalisierung, Logistik und erneuerbare Energien besuchen.
13.13 Uhr: 35 Menschen unter Quarantäne in Mönchengladbach
Wegen des mit dem Coronavirus infizierten Arztes an einer Klinik in Mönchengladbach stehen nun etwa 35 Menschen unter Quarantäne. Der Mann habe Kontakt zu 15 Patienten und 20 Mitarbeitern der Maria Hilf-Kliniken in Mönchengladbach gehabt, sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag. Sie seien bislang ohne Symptome. Eine Patientin mit Symptomen sei negativ auf das Virus getestet worden.
Der Klinikarzt war am Rosenmontag in Mönchengladbach im Dienst. Er befindet sich ebenfalls in Quarantäne und sei angewiesen, vorerst zu Hause zu bleiben. Der Arzt wohnt im Kreis Heinsberg und soll auf einer Karnevalssitzung in Gangelt Kontakt zu einem infizierten Ehepaar gehabt haben.
13.10 Uhr: Bund will einheitliche Maßstäbe bei Krisenmanagement
Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus strebt die Bundesregierung bundesweit einheitliche Maßstäbe etwa für den Umgang mit Großveranstaltungen an. Der in Berlin eingerichtete Krisenstab wolle Handlungsorientierung geben, damit die zuständigen Behörden in Ländern und Kommunen bei vergleichbaren Situationen auch vergleichbare Entscheidungen treffen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag.
Bei den Beratungen des Krisenstabs sollte es am Freitagnachmittag laut Gesundheitsministerium darum gehen, Kriterien zu Großveranstaltungen zu erarbeiten. Diese sollen örtlichen Behörden helfen, konkrete Maßnahmen zu treffen. "Eine Empfehlung wird es nicht geben", sagte eine Sprecherin. "Die Entscheidung bleibt vor Ort." Dies gelte etwa auch für die Internationale Tourismusbörse (ITB), die in der kommenden Woche in Berlin ansteht.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) über die Lage und lässt sich weiter unterrichten, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Oberstes Ziel sei, die Virus-Ausbreitung einzudämmen sowie die Versorgung infizierter Menschen und die Informationen der Bürger sicherzustellen. Die Bundesregierung stehe dazu in engem Kontakt mit Ländern, Kommunen und EU-Partnern.
13.05 Uhr: Thüringer Schulen wegen Verdachtsfall geschlossen worden
Wegen Verdachts auf Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sind im Ilm-Kreis zwei Schulen geschlossen und im Weimarer Land Schulgebäude desinfiziert worden. Das teilten das Landratsamt des Ilm-Kreises und das zuständige Schulamt Mittelthüringen am Freitag mit.
Ein 15-Jähriger aus Amt Wachsenburg wurde am Donnerstag mit Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung zur isolierten Behandlung in den Ilm-Kreis-Kliniken aufgenommen. Untersuchungsergebnisse werden am Wochenende erwartet. Mindestens bis ein Befund vorliegt, fällt der Unterricht an der Regelschule in Ichtershausen, die der Junge besucht, aus. In dem Gebäudekomplex ist zudem eine Grundschule untergebracht. Auch dort werde es vorerst keinen normalen Schulbetrieb geben, hieß es beim Landratsamt.
Auch bei einem achtjährigen Schüler in der Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße liegt ein Verdacht vor, teilte das zuständige Schulamt mit. Zuvor berichteten verschiedene Medien über den Fall. Bis geklärt ist, ob tatsächlich eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 vorliegt, dürften Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in den Unterricht schickten, hieß es.
12.58 Uhr: Starke Nachfrage nach Desinfektionsmitteln in Apotheken
Die Sorge vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus hat die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Mundschutz auch in Apotheken in Thüringen stark ansteigen lassen. "Mundschutz ist aber nicht mehr vorrätig und auch nicht lieferbar", sagte der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes, Stefan Fink, am Freitag auf Anfrage. Auch Desinfektionsmittel zum Auftragen auf die Haut seien so gut wie ausverkauft. Der Großhandel könne kaum noch nachliefern. Verfügbar seien noch Mittel zum Desinfizieren von Flächen. Die Engpässe beträfen sowohl Verbraucher als auch Arztpraxen, die von Apotheken beliefert würden. "Die Praxen haben sich oft aber schon selbst eingedeckt", sagte Fink.
12.53 Uhr: "Tropical Island"-Mitarbeiter werden auf Corona getestet
91 Mitarbeiter des riesigen Brandenburger Erlebnisbads Tropical Islands sollten am Freitag auf das Coronavirus getestet werden. Zuvor war bekannt geworden, dass sich am Wochenende ein Infizierter aus Nordrhein-Westfalen in dem ehemaligen Luftschiffhangar aufgehalten hatte. Er soll nach eigenen Angaben keinen engeren Kontakt zu anderen Badegästen gehabt haben, wohl aber zu einigen Mitarbeitern. Die betreffenden 91 Angestellten seien freigestellt, bis die abschließenden Testergebnisse vorlägen, sagte ein Sprecher des Unternehmens. An dem Wochenende waren nach Angaben von Tropical Islands jeden Tag rund 3500 bis 4000 Gäste in dem Erlebnisbad südöstlich von Berlin.
12.42 Uhr: Bielefelder Schule schließt wegen Verdachtsfall
Wegen eines Corona-Verdachtsfalls hat eine Schule in Bielefeld am Freitagmorgen den Unterricht abgesagt. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die "Neue Westfälische" berichtet. Es handele sich um eine Mitarbeiterin der Schule, sagte ein Sprecher des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe.
Der Schulleiter habe die Entscheidung in Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt getroffen. Über das weitere Vorgehen werde man sich im Laufe des Tages beraten. Die Frau sei noch nicht getestet worden.
Ob Schulen geschlossen werden, entscheiden grundsätzlich die Gesundheitsbehörden, teilte das Schulministerium in NRW mit. In Ausnahmefällen könne auch die Schulleitung "zur Abwehr erheblicher konkreter Gefahren" die Schließung veranlassen. Schulleitungen könnten im Einzelfall auch Schülerinnen und Schüler vom Unterricht ausschließen, wenn von ihnen eine Gesundheitsgefahr ausgehe.
12.32 Uhr: Radprofi darf wegen Corona-Gefahr Hotelzimmer nicht verlassen
Der dänische Radprofi Michael Mörköv kann wegen des Verdachts auf eine Infizierung mit dem Coronavirus bis auf weiteres nicht an den Bahnrad-Weltmeisterschaften in Berlin teilnehmen. Nach einer Mitteilung des nationalen Radsportverbandes werde der 34-Jährige schnellstmöglich getestet.
Wie die Tageszeitung "Der Nordschleswiger" berichtet, dürfe Mörköv derzeit sein Berliner Hotelzimmer nicht verlassen. Der Madison-Europameister war nach dem Abbruch der UAE-Tour in den Vereinigten Arabischen Emiraten in die deutsche Hauptstadt gereist. Das Etappenrennen war nach positiven Tests bei zwei italienischen Profis vorzeitig beendet worden.
12.20 Uhr: Infizierter Arzt in Hamburg hatte Kontakt zu 50 Patienten
Bei dem ersten im Norden an dem neuen Coronavirus erkrankten Mann handelt es sich um einen Arzt. Das sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) bei einer Pressekonferenz. Er arbeitet in der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Nach Angaben der Senatorin wurden etwa 50 Kontaktpersonen des Erkrankten aus Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) identifiziert.
11.40 Uhr: Genfer Autosalon wegen Coronavirus abgesagt
Der Genfer Autosalon fällt dem Coronavirus zum Opfer. Wegen der steigenden Zahl von Erkrankten verbot die Schweizer Regierung am Freitag alle Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen. Davon betroffen ist auch das Frühjahrstreffen der Autobranche in Europa, das am Montag beginnen sollte und zu dem 600.000 Besucher erwartet wurden.
"Wir bedauern diese Situation, aber die Gesundheit aller Beteiligten ist für uns und unsere Aussteller absolute Priorität", sagte Autosalon-Chef Maurice Turrettini in Genf. "Dies ist ein Fall von höherer Gewalt. Für die Aussteller, die massiv in ihre Präsenz in Genf investiert haben, ist dies ein herber Verlust." Nun müsse der Abbau organisiert werden. Die bereits verkauften Eintrittskarten würden zurückerstattet.
Viele Aussteller hatten zuvor bereits angekündigt, nur mit verkleinerter Mannschaft anzureisen. Der chinesische Autobauer Byton hatte am Freitagmorgen seine Teilnahme abgesagt "aufgrund der bislang ungeklärten Covid-19-Risikolage in Genf und der Verantwortung unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern".
11.35 Uhr: Coronavirus-Fall auch in Düsseldorf
Ein Mitarbeiter einer Düsseldorfer Unternehmensberatung ist mit dem Coronavirus infiziert. Das hat das Unternehmen Ernst & Young am Freitag mitgeteilt. Er habe im Düsseldorfer Büro gearbeitet. Alle Mitarbeiter der Niederlassung seien aufgefordert worden, bis auf weiteres zu Hause zu bleiben.
Der infizierte Mitarbeiter habe nach derzeitigen Erkenntnissen keinen Kontakt zu Mandanten gehabt. Die weiteren Schritte stimme man mit den zuständigen Behörden ab. Zum Übertragungsweg machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.
11.09 Uhr: Zwei weitere Erkrankte in Baden-Württemberg
Es gibt zwei neue Infektionen in Baden-Württemberg. Damit steigt die Zahl der Fälle in dem Bundesland nach Angaben der Behörden auf 16. Bei einem der neuen Ansteckungen handele es sich um einen Mann, der innerhalb der so genannten Influenza-Surveillance "herausgefischt" worden sei. Dabei seien Proben, die negativ auf Influenza getestet wurden, automatisch auch auf das Coronavirus hin untersucht werden. Dies ist der erste Fall, der auf diese Art ermittelt worden sei. Beim zweiten Neuerkrankten handele es sich um einen Mann, der zuvor im Ski-Urlaub in Südtirol gewesen sei.
10.55 Uhr: Coronavirus vermutlich dauerhaft in Deutschland
Immer mehr Experten gehen davon aus, dass sich das neue Coronavirus dauerhaft in Deutschland einnisten wird. "In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es den Übergang zu managen", so der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, in der "Passauer Neuen Presse". Das neue Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.
10.36 Uhr: Dax fällt um mehr als fünf Prozent
Der Dax ist um mehr als fünf Prozent auf 11.743,16 Punkte gefallen. Die Sorge um die Folgen der Coronavirus-Ausbreitung belasten seit Tagen die Finanzmärkte weltweit und haben am Morgen bereits die Börsen in Asien tiefer ins Minus gedrückt.
Mit einem Dax-Verlust von gut 12 Prozent seit dem vergangenen Freitag erleben Anleger die schwärzeste Woche seit Beginn der Griechenland-Schuldenkrise im Sommer 2011.
10.23 Uhr: Schweiz verbietet sämtliche Großveranstaltungen
In Deutschland wird heute über mögliche Absagen von Großveranstaltungen beraten. Der Krisenstab der Bundesregierung gibt im Laufe des Tages eine Empfehlung ab. Die Schweiz hat unterdessen bereits sämtliche Großveranstaltungen verboten. Die Situation wird dort als "besondere Lage" gemäß Epidemiengesetz eingestuft, teilte die Regierung mit. Öffentliche und private Veranstaltungen, bei denen sich gleichzeitig mehr als 1.000 Personen aufhielten, würden untersagt. Dieses Verbot gelte mindestens bis zum 15. März.
10.17 Uhr: Neue Zahlen – die mit Abstand meisten Infektionen außerhalb Chinas gibt es in Südkorea
Schon wieder gibt es neue Zahlen aus Südkorea, also dem Land, in dem es weiterhin mit Abstand die meisten Infektionsfälle außerhalb Chinas gibt. Die zuständige Gesundheitsbehörde hat nun 315 Neuinfektionen bekannt gegeben. In den vergangenen 24 Stunden infizierten sich den Angaben zufolge insgesamt 571 Menschen. Die Gesamtzahl bestätigter Ansteckungsfälle stieg damit auf 2.337, die Zahl der Toten liegt bei 13. Das Land hat ein hoch entwickeltes Gesundheitssystem, dessen Statistiken als sehr verlässlich gelten.
09.29 Uhr: Dax bricht bei Handelsstart dramatisch ein
Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Coronavirus zum Handelsstart erneut mehr als drei Prozent verloren. Der Index rutschte am Freitagvormittag in Frankfurt am Main unter die Marke von 12.000 Punkten und weitete seine Verluste seit Beginn der Woche auf insgesamt rund zwölf Prozent aus. Auch die Börsenbarometer in Paris und London büßten mehr als drei Prozent ein.
Mit einem Dax-Verlust von mehr als 12 Prozent seit dem vergangenen Freitag erleben die Anleger die schwärzeste Woche seit Beginn der Griechenland-Schuldenkrise im Sommer 2011. Das Rekordhoch aus der Vorwoche bei 13.795 Punkten scheint in der aktuellen Panik am Markt so schnell nicht wieder erreichbar.
08.32 Uhr: Bei Ausfall wegen Coronavirus: Bundesagentur zahlt Kurzarbeitergeld
Die Bundesagentur für Arbeit zahlt für Beschäftigte, deren Betriebe vom neuartigen Coronavirus betroffen sind, Kurzarbeitergeld. "Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder wirtschaftlichen Gründen beruhen. Dies trifft etwa dann zu, wenn Lieferungen ausbleiben und die Produktion eingeschränkt werden muss", teilte die Bundesagentur am Freitag mit.
Ein unabwendbares Ereignis liege auch dann vor, wenn etwa wegen staatlicher Schutzmaßnahmen Betriebe geschlossen würden. Wichtig sei aber, dass die Betriebe die Kurzarbeit vorab bei der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigten. Erste Anfragen seien bereits eingegangen, teilte die Bundesagentur mit.
Zahlreiche Betriebe in Deutschland sind bei ihrer Produktion etwa auf Lieferungen von Materialien und Komponenten aus China angewiesen. Volkswirte befürchten erhebliche Einbußen, sollte sich die Situation rund um das Virus nicht vergleichsweise rasch entspannen.
07.22 Uhr: UN-Sicherheitsrat will Nordkorea-Sanktionen etwas lockern
Der UN-Sicherheitsrat will Ausnahmen von den gegen Nordkorea verhängten Wirtschaftssanktionen erlauben, um dem verarmten Land im Kampf gegen das neuartige Coronavirus zu helfen. Der zuständige Sanktionsausschuss des Sicherheitsrats billigte am Donnerstag die Lieferung medizinischer Ausrüstung an das Land, wie der deutsche Botschafter Christoph Heusgen mitteilte. Angaben zur Art dieser Ausrüstung machte er nicht.
Nordkorea ist wegen seines Atom- und Raketenprogramms mit massiven internationalen Sanktionen belegt und verfügt nur über eine schwache Infrastruktur im Gesundheitswesen.
4.30 Uhr: Ärztekammer: Durch Vermeiden unnötiger Arztbesuche Raum für Corona-Patienten lassen
Die Bundesärztekammer hat die Bürger dazu aufgerufen, unnötige Arztbesuche zu vermeiden, damit Kapazitäten für mögliche Coronavirus-Patienten freigehalten werden. "Es ist wirklich wichtig, dass die Leute jetzt besonnen bleiben", sagte Kammer-Vizepräsidentin Heidrun Gitter den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wer Bagatellerkrankungen mit nur leichten Beschwerden habe, "sollte nicht die Notaufnahmen und Praxen verstopfen, sondern zu Hause bleiben". Im Zweifel könne telefonischer Kontakt zum Arzt gesucht werden.
04.15 Uhr: Hyundai stoppt Produktion in einem Werk
Der Autobauer Hyundai stoppt Gewerkschaftskreisen zufolge die Produktion in einem Werk im Südosten Südkoreas, nachdem ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Ein Sprecher der Gewerkschaft bestätigte das Testergebnis, hatte aber keine weiteren Informationen. Hyundai erklärte, den Bericht zu überprüfen.
03.46 Uhr: Neuseeland verhängt vorübergehendes Einreiseverbot aus Iran
Neuseeland verhängt ein vorübergehendes Einreiseverbot für Reisende aus dem Iran. Personen, die in den letzten 14 Tagen im Iran gewesen seien, sollten sich selbst isolieren, teilt Gesundheitsminister David Clark mit. An den Flughäfen werde das medizinische Personal bei Flügen aus Hongkong, Japan, Südkorea, Singapur und Thailand aufgestockt.
03.39 Uhr: Infektionsfälle in Südkorea steigen auf über 2.000
In Südkorea steigt die Zahl der Infizierten um 256 auf 2.022 Fälle. Das teilt die Seuchenschutzbehörde mit. Die südkoreanische Boygroup BTS sagt ihre Konzerte für April ab. Korean Air Lines will bei allen Passagieren auf Flügen in die USA Fieber messen und niemanden mitnehmen, der mehr als 37,5 Grad Körpertemperatur aufweist.
03.29 Uhr: Moody's rechnet mit weltweiter Rezession
Die Ratingagentur Moody's rechnet in der ersten Jahreshälfte mit einer Rezession weltweit und in den USA als Folge des Ausbruchs des Coronavirus. Die anfängliche Einschätzung, dass das Virus auf China beschränkt werden könne, sei zu optimistisch gewesen. Die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie steige.
Freitag, 28. Februar, 01.06 Uhr: 327 Neu-Infektionen in China
Am Donnerstag hat es in China 327 neue Fälle gegeben. Einen Tag zuvor waren es noch 433, wie die Nationale Gesundheitsbehörde mitteilt. Damit gibt es auf dem Festland Chinas insgesamt 78.824 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte. Die Zahl der Toten stieg um 44 auf insgesamt 2.788.
Donnerstag 27. Februar, 23.50 Uhr: Erster Coronavirus-Fall in Hamburg bestätigt
Erstmals ist in Hamburg eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Es handele sich um einen Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), teilten die Klinik und die Hamburger Behörde für Gesundheit am Donnerstagabend mit. Der Mann sei in Italien im Trentino im Urlaub gewesen und am Sonntag an seinen Wohnort nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt.
Am Montag habe er am UKE gearbeitet – und dann am Dienstag während der Arbeit Krankheitssymptome entwickelt. Daraufhin habe er den Dienst abgebrochen, hieß es weiter. Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, gehen demnach nun 14 Tage in Quarantäne – je nach Gesundheitszustand im UKE oder zu Hause. Auch andere Mitarbeiter gehen nun in eine häusliche Isolation.
Der Infizierte selbst ist demnach in stabilem Zustand und in häuslicher Quarantäne. Seine Kontaktpersonen sollten informiert und getestet werden. Das Trentino sei nicht als Risikogebiet für das neuartige Coronavirus definiert gewesen, hieß es. Der Fachstab Seuchenschutz der Hamburger Gesundheitsbehörde kam noch in der Nacht mit Experten des UKE zusammen, um über die Maßnahmen und das weitere Vorgehen zu beraten. Details sollen in einer Pressekonferenz am Freitag bekanntgegeben werden.
23 Uhr: Erster Coronavirus-Fall in Hessen nachgewiesen
In Hessen ist ein erster Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Bei einer Person im Lahn-Dill-Kreis sei der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte der Landkreis am Donnerstagabend mit. Hessens Minister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne), und Landrat Wolfgang Schuster wollen am Freitagvormittag (10.00 Uhr) bei einer Pressekonferenz informieren.
22.38 Uhr: Erster Coronavirus-Fall in den Niederlanden
In den Niederlanden ist der erste Fall einer Coronavirus-Infektion festgestellt worden. Es gehe um einen Mann, der in einem Krankenhaus in der südöstlichen Stadt Tilburg liege, teilte Gesundheitsminister Bruno Bruins im niederländischen TV mit.
Der Mann sei erst kürzlich aus der Lombardei in Norditalien zurückgekehrt und liege jetzt auf der Isolationsstation. Über seinen Gesundheitszustand wurden vorerst keine weiteren Angaben gemacht.
22.35 Uhr: Schlechter Tag für die Wall Street
Die Wall Street hat angesichts wachsender Furcht vor dem neuartigen Coronavirus erneut einen schwarzen Tag erlebt. An der New Yorker Börse verlor der Aktienindex Dow Jones am Donnerstag 1.200 Punkte oder 4,4 Prozent. Das war der größte Wertverlust seit mehr als zwei Jahren. Auch der Aktienindex S&P 500 verlor 4,4 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq büßte gar 4,6 Prozent ein.
Die Aktienkurse an der Wall Street sind seit Wochenbeginn deutlich abgerutscht. Die New Yorker Börse könnte damit die schlimmste Woche seit der Finanzkrise im Jahr 2008 erleben. Das Coronavirus hat Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Anleger befürchten Auswirkungen des Virus auf das Wirtschaftswachstum.
21.35 Uhr: Neuer Coronavirus-Fall in Bayern
In Bayern gibt es einen neuen Coronavirus-Fall. Es handele sich um einen Mann aus Mittelfranken, der in Deutschland Kontakt mit einem infizierten Italiener hatte, teilte das Gesundheitsministerium in München mit. Der Italiener sei erst nach seiner Rückkehr nach Italien positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.
Die Infektion des Mittelfranken wurde nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Abend bestätigt, wie ein Ministeriumssprecher weiter erklärte. Das zuständige Gesundheitsamt habe begonnen, Kontaktpersonen des Mannes zu ermitteln. Einzelheiten sollen am Freitag mitgeteilt werden.
20.41 Uhr: Frau in Schweden nach Deutschland-Reise positiv getestet
Nach einem Aufenthalt in Deutschland ist eine Frau in Schweden positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Sie habe sich in Deutschland mit dem Virus angesteckt, teilte die schwedische Gesundheitsbehörde mit. Die Frau befindet sich nach Angaben der schwedischen Behörden nun in einem Krankenhaus in Uppsala 70 Kilometer nördlich von Stockholm.
Insgesamt wurden am Donnerstag fünf neue Coronavirus-Fälle in Schweden nachgewiesen, darunter eine Person in Stockholm, die sich während einer Reise in den Iran mit dem Virus angesteckt hat. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in dem skandinavischen EU-Land stieg damit auf sieben. Beim Nachbarn in Norwegen kamen nach dem ersten Fund am Mittwoch am Donnerstagabend drei weitere hinzu.
19.57 Uhr: Quarantäne: Deutsche Botschaft in Nordkorea schließt vorübergehend
Das Auswärtige Amt wird seine Botschaft in Nordkorea vorübergehend schließen und das Personal bei nächster Gelegenheit befristet abziehen. Grund ist die massiv beschränkte Bewegungsfreiheit der Diplomaten, die auf dem Botschaftsgelände unter Quarantäne stehen, wie es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß.
Angesichts der Krise um das neuartige Coronavirus hatten die Behörden des abgeschotteten Staats sämtliche Land-, Zug- und Flugverbindungen ins Ausland eingestellt – auch für Diplomaten. Alle Ausländer in Nordkorea stehen derzeit unter Quarantäne. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" über die Botschaftsschließung berichtet.
Weiter hieß es aus dem Ministerium, die Bundesregierung habe ihren Protest dagegen der nordkoreanischen Regierung mehrfach zur Kenntnis gebracht. Sobald ein normaler Dienstbetrieb wieder möglich ist, plant das Auswärtige Amt diesen wieder aufzunehmen. Weiter hieß es den Kreisen zufolge, Nordkorea habe angekündigt, einen Flug für ausreisewillige Ausländer von Pjöngjang nach Wladiwostok in Russland zu organisieren.
19.48 Uhr: Vier weitere Fälle in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg haben sich vier weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das teilte das Sozialministerium in Stuttgart mit. Damit stieg die Zahl der bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen in dem Bundesland auf acht.
Bei drei der neuen Fälle handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald beziehungsweise der Stadt Freiburg. Sie hatten an einem Business-Meeting in München teilgenommen und gehören laut Robert Koch-Institut zu 13 Kontaktpersonen eines italienischen Teilnehmers, der in Italien positiv getestet worden war. Die drei Patienten sind in einer Klinik.
Ein weiterer bestätigter Fall wurde aus dem Landkreis Böblingen gemeldet. Dieser steht im direkten Zusammenhang mit einem 25 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Göppingen, der sich in Italien angesteckt hatte und dessen Fall am Dienstagabend bekanntgeworden war. Bei dem Mann aus dem Landkreis Böblingen handelt es sich um eine Kontaktperson der infizierten Reisebegleiterin des 25-Jährigen. Infiziert ist zudem der 60 Jahre alte Vater der Reisebegleiterin. Vater und Tochter werden in Tübingen isoliert behandelt.
Am Mittwochabend hatte das Ministerium zudem einen Fall in Rottweil mitgeteilt – dort wird ein infizierter 32-Jähriger beobachtet. Er hatte sich nach seiner Rückkehr aus Italien wegen grippeähnlicher Symptome beim Gesundheitsamt gemeldet.
19.18 Uhr: 14 weitere Infektionen in Nordrhein-Westfalen
Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Nordrhein-Westfalen hat sich deutlich erhöht. Am Abend seien 14 neue Fälle im Kreis Heinsberg bestätigt worden, teilt das Gesundheitsministerium in Düsseldorf mit. Damit seien dort nun insgesamt 20 Personen infiziert.
Alle der aktuell positiv Getesteten seien in häuslicher Quarantäne, eine stationäre Behandlung sei nicht notwendig. Aus dem Kreis Heinsberg stammt auch ein Ehepaar, bei dem die Erkrankung in Nordrhein-Westfalen zuerst festgestellt worden ist. Auch in Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz gibt es einen weiteren Infizierten.
Coronavirus: Was bisher passiert ist
2020-02-28 13:09:00Z
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