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"Ich werde meinen Hut wieder in den Ring werfen", so Kretschmann auf der Pressekonferenz. Als einer der Gründe für seine Entscheidung nannte Kretschmann seine Frau. Sie habe sich dahingehend geäußert, dass er noch einmal antreten solle. Entscheidend sei, ob man dem Amt körperlich und geistig gewachsen sei, sagte der 71-Jährige. "Den Eindruck habe ich von mir selber, dass das so ist." Wichtig sei, dass man auch im hohen Alter neugierig bleibe.
Aufgabe: "Stabilität im Wandel"
Man stehe vor einem Klimawandel sowohl in der Natur als auch in der Politik - das sei eine riesige Herausforderung. Kretschmann machte auch deutlich, dass er für eine gesamte Legislaturperiode antritt. Ob man es tatsächlich so lange mache, hänge von vielen Dingen ab. "Stabilität im Wandel, das ist letztlich der politische Grund, warum ich glaube, dass ich das nochmal machen soll", erklärte Kretschmann am Donnerstag weiter.
Zuvor hatte sich Kretschmann auf seiner Homepage in einem öffentlichen Brief an die Bürgerinnen und Bürger Baden-Württembergs. Er wolle sich weiter "voll einbringen" - "mit Neugier und Erfahrung, mit Mut und Besonnenheit", so Kretschmann.
CDU freut sich auf den Wettbewerb
Die Spitzenkandidatin der Landes-CDU, Susanne Eisenmann, sagte, sie habe in keiner Situation mit einem anderen Gegenkandidaten als Kretschmann gerechnet. "Wir freuen uns auf einen fairen und in der Sache harten Wettbewerb", so Eisenmann.
Große Beliebtheit
Kretschmann ist seit 2011 der erste und bislang einzige grüne Ministerpräsident eines Bundeslandes und genießt hohe Beliebtheitswerte in der Bevölkerung. Seit 2016 regiert er mit einer grün-schwarzen Koalition - davor gab es ein grün-rotes Bündnis.
"Landesgroßvater gefällt mir nicht. Was soll das für einen Sinn machen? Ich hatte ja schon ein Problem mit Landesvater."
Kretschmanns Entscheidung dürfte in seiner Partei mit großer Erleichterung aufgenommen werden. 2016 waren die Grünen mit ihm an der Spitze als stärkste Kraft aus der Landtagswahl hervorgegangen. Sie holten 30,3 Prozent. Die CDU landete mit 27 Prozent auf dem zweiten Platz.
Eisenmann von der CDU ist die Rivalin
2021 wollen die Grünen den Ministerpräsidentenposten verteidigen - vor allem gegen die CDU, die in Baden-Württemberg selber wieder den Regierungschef stellen möchte. Für die Christdemokraten zieht Kultusministerin Susanne Eisenmann als Spitzenkandidatin in den Landtagswahlkampf.
Langes Zögern und Zaudern
Kretschmann tat sich mit der Entscheidung einer erneuten Spitzenkandidatur nicht leicht. Immer wieder verwies er in den vergangenen Monaten darauf, dass er zum Zeitpunkt der nächsten Landtagswahl 72 Jahre alt sein werde. Andererseits haben es die Grünen versäumt, einen Nachfolger für Kretschmann aufzubauen. Hätte Kretschmann auf die Spitzenkandidatur verzichtet, hätten die Grünen unter Zeitdruck einen Nachfolger suchen und aufbauen müssen. Die Landtagswahl ist im Frühjahr 2021.
2019-09-12 09:35:00Z
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