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Russland: Putin-Kritiker Nawalny erkrankt - Anwältin: Er wurde vergiftet | Politik - merkur.de

Russland: Putin-Kritiker Nawalny erkrankt - Anwältin: Er wurde vergiftet | Politik - merkur.de

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Der inhaftierte Kremlkritiker Alexej Nawalny wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Grund sei eine allergische Reaktion. Seine Ärztin hat eine andere These.

Update 14.18 Uhr: Nach dem Krankenhausaufenthalt des inhaftierten Putin-Kritikers Alexej Nawalny erhebt die Anwältin des Politikers schwere Vorwürfe, wie unter anderem der Deutschlandfunk berichtet. Nawalny sei mit einer unbekannten chemischen Substanz in Kontakt geraten, erklärte sie.

Anwältin Olga Michailowa hatte zuvor bei Facebook geschrieben, es sei komisch, dass ein Mensch in 43 Lebensjahren noch keine allergischen Reaktionen gezeigt habe und sie dann plötzlich bekomme. Fünf Mitgefangene in der Zelle hätten die gleichen Lebensmittel wie Nawalny zu sich genommen. Ihnen gehe es jedoch gut.

Der Nawalny-Vertraute Leonid Wolkow sagte dem russischen Radiosender Echo Moskwy, er selbst habe im Gefängnis einmal mit ähnlichen Symptomen zu kämpfen gehabt. In seinem Fall vermutete er Hygienemängel in der Haftanstalt als Ursache.

International für Schlagzeilen gesorgt hatte der Giftangriff auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia im März 2018 im englischen Salisbury. Sie sollen mit dem Nervengift Nowitschok attackiert worden sein. Beide überlebten. Großbritannien macht Russland für den Anschlag verantwortlich. Moskau hat eine Verantwortung stets zurückgewiesen.

Update 14.03 Uhr: Der Kremlkritiker Alexej Nawalny ist nach seiner rätselhaften Erkrankung aus dem Krankenhaus entlassen worden und wird nun wieder ins Gefängnis gebracht. Obwohl Anastassija Wassiljewa, die Ärztin des Oppositionellen, vor einer vorzeitigen Entlassung gewarnt hatte. Die Ergebnisse der Untersuchung, ob Nawalny mit Gift in Kontakt gekommen war, standen zum Zeitpunkt der Entlassung des Politikers noch aus. 

Nawalny war am Mittwoch zu 30 Tagen Gefängnis verurteilt worden, weil er zu Protestaktionen aufgerufen hatte. Hintergrund war, dass Oppositionelle und unabhängige Kandidaten nicht zu den Regionalwahlen in sechs Wochen zugelassen wurden

Kremlkritiker Nawalny im Krankenhaus: Leibärztin schließt Vergiftung nicht aus 

Update vom 29. Juli 2019: Nach der rätselhaften Erkrankung des Kremlkritiker Alexej Nawalny wird über eine Vergiftung des 43-Jährigen spekuliert. Auch Nawalnys Leibärztin schließt eine solche Tat nicht aus. Möglicherweise sei seine Haut von einem „Gift berührt und von einer unbekannten chemischen Substanz durch einen Dritten verletzt“ worden, schrieb Ärztin Anastasia Wassiljewa auf Facebook. Unter einen allergischen Reaktion - von der zuvor die Rede war - habe Nawalny zuvor noch nie gelitten.

Eine Diagnose sei vonseiten der Behörden noch nicht bekannt gegeben worden. Weder Nawalny noch dessen Angehörige seien über Untersuchungsergebnisse informiert worden, erklärte Wassiljewa weiter. Nawalny war am Sonntag aus der Haft in ein Krankenhaus verlegt worden. Berichten zufolge litt er zuvor unter geschwollenen Augenlidern sowie Abszessen an Nacken, Rücken, Rumpf und Ellenbogen. Wassiljewa forderte eine Untersuchung der Bettwäsche in der Haftzelle des Kremlkritikers.

Nawalny war am Mittwoch zu 30 Tagen Gefängnis verurteilt worden, weil er zu Protestaktionen aufgerufen hatte, bei denen Oppositionelle die Zulassung unabhängiger Kandidaten bei den Regionalwahlen in sechs Wochen einfordern wollen. Nawalny gilt als einer der prominentesten Kritiker Wladimir Putins und war in den vergangenen Monaten immer wieder zu kurzen Haftstrafen verurteilt worden.

Russland: Inhaftierter Kremlkritiker Nawalny in Krankenhaus eingeliefert

Update vom 28. Juli 2019: Kremlkritiker Alexej Nawalny ist aus der Haft in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Er werde wegen einer akuten allergischen Reaktion behandelt, schrieb seine Sprecherin am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Derzeit befindet er sich unter dem Schutz von Polizisten auf einer Station.“

Nawalnys Gesundheitszustand sei zufriedenstellend, berichteten Ärzte der Agentur Interfax zufolge. Weshalb es zu der allergischen Reaktion kam, sei noch unklar, erklärte die Sprecherin. Der Oppositionsführer habe so etwas noch nie in seinem Leben gehabt.

Nawalny war am Mittwoch zu 30 Tagen Gefängnis verurteilt worden, weil er zu Protestaktionen aufgerufen hatte, bei denen Oppositionelle die Zulassung unabhängiger Kandidaten bei der Regionalwahl in sechs Wochen einfordern wollen. Nawalny saß schon mehrfach in Haft.

Erst am Samstag waren in Moskau fast 1400 Demonstranten bei Protesten festgenommen worden, wie merkur.de* berichtet.

Erstmeldung vom 12. Juni 2019: Oppositionsführer Nawalny bei Kundgebung in Moskau festgenommen

Mehr als 400 Menschen, darunter der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny, sind nach Angaben von Bürgerrechtsaktivisten bei einer nicht genehmigten Demonstration in Moskau festgenommen worden. "Alexej Nawalny ist gerade festgenommen worden", teilte die Sprecherin des Kreml-Kritikers am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Der Protestzug war zunächst als Solidaritätsveranstaltung für den Enthüllungsjournalisten Iwan Golunow geplant, der wegen angeblichen Drogenhandels festgenommen und unter Hausarrest gestellt worden war, ehe das Verfahren am Dienstag überraschend eingestellt wurde.

Die Bürgerrechtsorganisation OVD-Info meldete die Festnahme von mindestens 94 Menschen. Ihr Protest habe sich gegen die Rolle der Polizei im Fall Golunow gerichtet. Die Demonstranten riefen demnach "Schande" und "Stoppt Polizeiterror".

Die Festnahme des Investigativ-Journalisten hatte eine Welle der Empörung in der russischen Bevölkerung ausgelöst. Zahlreiche russische Kollegen Golunows und internationale Organisationen verurteilten das Vorgehen der Behörden.

Golunow, der für das unabhängige Investigativ-Portal "Medusa" arbeitet, war am Donnerstag festgenommen worden. Am Samstag ordnete ein Haftrichter zwei Monate Hausarrest an. Golunow bestritt die Vorwürfe. Die Drogen seien ihm untergeschoben worden. Der 36-Jährige gab zudem an, im Polizeigewahrsam gefoltert worden zu sein. Am Dienstag teilte Innenminister Wladimir Kolokolzew mit, die Ermittlungen würden eingestellt und der Hausarrest aufgehoben.

dpa

*Merkur.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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2019-07-29 12:28:00Z
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