Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, die Schwester könnte den fünf Neugeborenen Morphium verabreicht haben. Die Babys hatten im Dezember unter Atemproblemen gelitten, wurden allerdings gerettet. Folgeschäden seien nicht zu erwarten, hieß es.
Ermittler hatten im Spind der Frau eine Spritze gefunden, in der sich augenscheinlich ein Rest Muttermilch befand. Ein erster Test der Flüssigkeit ergab, dass sie Morphium enthalte. Dieses Zwischenergebnis sei an die Polizei in Ulm übermittelt worden und habe zur Verhaftung der Frau geführt, sagte LKA-Präsident Ralf Michelfelder. "Diese rasche mündliche Vorabinformation über das Zwischenergebnis war im Nachhinein betrachtet ein Fehler."
Denn weitere Untersuchungen, unter anderem durch das bayerische Landeskriminalamt, lösten Zweifel an dem Ergebnis des ersten Tests aus. Demnach konnte Morphium auch in einem Lösungsmittel nachgewiesen werden, das benutzt wurde, um die Flüssigkeit in der Spritze für den Test zu verdünnen. Laut der Nachrichtenagentur AP soll auch eine neue Probe der Muttermilch - von derselben Frau, von der die an die Babys gegebene Muttermilch stammte - positiv auf Morphium getestet worden sein. Das ist bislang nicht bestätigt.
Michelfelder sagte, nach den neuen Testergebnissen sei die Frau am Sonntag nach fünf Tagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden.
2020-02-04 12:06:08Z
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