
Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen in Italien steigt weiter an. Mittlerweile sind es mehr als 220 Fälle. Zudem gibt es das siebte Todesopfer.
Bei dem Coronavirus-Ausbruch in Norditalien ist einem Medienbericht zufolge ein siebter Mensch gestorben. Bei dem Toten handele es sich um einem 80-jährigen Mann, der in der vergangenen Woche nach einem Herzinfarkt in ein Krankenhaus in der Stadt Lodi eingeliefert worden sei, meldet die Nachrichtenagentur Ansa. Die Ärzte vermuten, dass er sich dort bei einem anderen Patienten angesteckt habe. Die Zahl der Infektionsfälle in Italien stieg auf mehr als 220.
Zuvor hatte der öffentlich-rechtliche Rundfunksenders RAI gemeldet, dass ein sechster Mensch im Zuge des Coronavirus-Ausbruchs ums Leben gekommen war. Demnach handelt es sich um eine Frau aus der Region Lombardei, bei ihr wurde das Virus erst gestern diagnostiziert. Laut dem Bericht war die Frau bereits an Krebs erkrankt. Der italienische Zivilschutzchef Angelo Borrelli warnte vor Panikmache - auch im Ausland. "Unser Land ist sicher und man kann beruhigt hierherkommen." Alle Toten in Italien waren ältere Menschen, teils auch mit Vorerkrankungen. 23 Menschen seien auf der Intensivstation.
Italien hatte sich zuletzt zum größten Herd des neuartigen Virus in Europa entwickelt. Die Lombardei ist die am stärksten betroffene Region. Von dort stammen auch 4 der 5 Todesopfer sowie 167 der Infizierten. Neben der Lombardei sind auch Venetien, das Piemont, die Emilia-Romagna sowie die an Österreich und Slowenien grenzende Region Friaul-Julisch Venetien betroffen.
Seit dem ersten Todesfall am Freitag ergriffen die Behörden und die Regierung in Rom drastische Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen. Elf Ortschaften, zehn in der Lombardei und eine in Venetien, wurden abgeriegelt. Der Karneval in Venedig wurde abgebrochen sowie Spiele der ersten Fußball-Liga und andere Großveranstaltungen abgesagt.
Wegen des Virus wurde unterdessen ein Flugzeug der Airline Alitalia auf Mauritius festgehalten. Nach Angaben des italienischen Außenministeriums durften Dutzende Passagiere aus der Lombardei und Venetien nicht aussteigen. Es stehe in Kontakt mit der italienischen Botschaft in Südafrika sowie Alitalia, um den Betroffenen zu helfen. Die Maschine war laut der Fluggesellschaft am Sonntag in Rom gestartet.
Auch nach der Ausbreitung des Coronavirus im Norden Italiens plant die Bundesregierung derzeit keine Grenzschließungen. Entsprechende Überlegungen gebe es im Bundesinnenministerium nicht, sagte ein Ressortsprecher in Berlin. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte, in Deutschland sei es bisher gelungen, Menschen, die mit dem Covid-19-Virus infiziert seien, zu isolieren und zu behandeln. Für eine anhaltende Viruszirkulation in Deutschland gebe es derzeit keine Anhaltspunkte, sagte der Sprecher unter Berufung auf das Robert-Koch-Institut. Die Lageeinschätzung könne sich aber ändern.
2020-02-24 14:26:15Z
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