
Düsseldorf. Das Coronavirus hat Deutschland – und nun auch NRW – erreicht. Aus der Gemeinde Selfkant im Kreis Heinsberg bei Aachen ist ein 47-Jähriger nachweislich am Coronavirus erkrankt.
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Liveblog: Coronavirus in NRW – Patient in kritischem Zustand
Mittwoch, 26. Februar
15.53 Uhr: 14 Krankenhaus-Mitarbeiter in Erkelenz sind nach Hause geschickt worden - zehn Pflegekräfte und vier Ärzte, die in der Stadt in Kontakt mit dem Coronavirus-Infizierten standen. Dies sei nur eine Sicherheitsmaßnahme, sie seien keine Verdachtsfälle auf eine Infektion, „da sie keine Symptomatik aufweisen“, sagte der Pflegedirektor des Krankenhauses, Stephan Demus, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Erkelenz.
Geplant ist nun, dass die 14 Mitarbeiter jetzt zwei Wochen zuhause bleiben und eine „Art Tagebuch führen“, so Demus. Die Beobachtungsphase geschehe unter der Aufsicht des Gesundheitsamts Heinsberg. Der Betrieb in den Kernbereichen der Klinik gehe indes normal weiter, sagte Friedrich Hölzl, Chefarzt in dem Krankenhaus. Planbare Fälle seien allerdings verschoben worden, um potenzielle „Kapazitäten freizuhalten“.
15.42 Uhr: Klare Worte zur aktuellen Coronavirus-Situation in NRW findet Jörg Timm. So erklärt der Virologe vom Uniklinikum Düsseldorf gegenüber DER WESTEN: „Der wesentliche Unterschied ist, dass wir jetzt sagen können: ‘Es ist auch in NRW angekommen.‘
Grundsätzlich habe sich die Lage im Vergleich zu den Tagen davor in NRW aber nicht dramatisch verändert. „Wir reden über zwei Patienten, die bestätigt positiv sind. Aber es zeigt auch, dass wir uns tatsächlich mit dem Gedanken auseinandersetzen müssen, hier möglicherweise eine Pandemie-Situation zu bekommen.“
Das Szenario sei jetzt deutlich realistischer geworden. „Wir haben vermehrt Fälle in ganz Europa. Das heißt, die Erwartungshaltung muss jetzt sein, dass die Zahl der Fälle auch in Deutschland zunehmen wird.“
15.39 Uhr: Dieter Häussinger vom Universitätsklinikum Düsseldorf betonte auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf, das Coronavirus habe eine „Mortalität von höchstens zwei Prozent“. Dies sei verglichen mit anderen gefährlichen Erregern deutlich geringer.
Die Ansteckungsgefahr sei vergleichbar mit Influenza-Grippe. Nicht nur er, auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann mahnte zur Ruhe.
15.28 Uhr: Auch in Leverkusen besteht ein Coronavirus-Verdacht. Eine Frau soll sich laut Stadtverwaltung Leverkusen derzeit im Klinikum der Stadt befinden und sich Untersuchungen unterziehen.
15.05 Uhr: Offen ist bislang, wie sich der Mann aus dem Kreis Heinsberg infizieren konnte. Man war bislang davon ausgegangen, dass er sich bei einem Geschäftspartner, der sich in China aufgehalten hat, infiziert hat. Das konnte nun ausgeschlossen werden.
15.02 Uhr: Schon am 16. Februar hatte der 47-Jährige Symptome wie Fieber und Husten gezeigt. Er hatte seither eine "unendliche Vielzahl von Kontakten".
Man sei zunächst von einer Influenza ausgegangen. „Bei Aufnahme fiel bereits eine deutlich eingeschränkte Lungenfunktion auf“, berichtete Harry Elsbernd, Ärztlicher Direktor des Hermann-Josef-Krankenhauses in Erkelenz, in das das Paar am Rosenmontag gekommen war. Der Patient sei auf die Intensivstation gekommen. „Dort kam es zu einer raschen und rapiden Verschlechterung des allgemeinen Zustandes. Es kam zu einem Lungenversagen“, so der Chefarzt.
14.33 Uhr: Landrat Stephan Pusch aus dem Kreis Heinsberg sagt in der Pressekonferenz: „Wir sind kein Land wie China“. In Deutschland könnten nicht ganze Städte abgeriegelt werden.
14.28 Uhr: Das Paar hat zwei leibliche Kinder. Beide zeigen bislang keine Symptome. Die Kinder sind aber schulpflichtig, weshalb die Schulen auch geschlossen wurden.
Die beiden Erkrankten haben an einer Karnevalssitzung in Langbroich, einem zu Gangelt gehörenden Dorf, teilgenommen.
14.02 Uhr: Die infizierte Ehefrau aus dem Kreis Heinsberg ist Kindergärtnerin und hat in den vergangenen Tagen auch im Kindergarten gearbeitet. Auch deshalb wurde entschieden das die Kinder zu Hause bleiben. Das teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann auf einer Pressekonferenz am Mittag mit.
Etliche Menschen sind seit der Feststellung des Virus in Quarantäne: Das Paar hatte Arztpraxen nach den ersten Symptomen aufgesucht. Alle Beschäftigten sind in häuslicher Quarantäne. Die Kinder und Eltern des Kindergarten der Infizierten bleiben ebenfalls zu Hause.
Auch die Patienten und Beschäftigten der Kölner Uniklinik, mit denen der 47-Jährige bei seinem Aufenthalt Kontakt hatte, wurden noch in der Nacht zum Mittwoch kontaktiert. Sie blieben ebenfalls in häuslicher Quarantäne.
13.29 Uhr: Ein Sprecher der Uniklinik Düsseldorf hat dem WDR bestätigt, dass auch die Frau des infizierten Manns aus dem Kreis Heinsberg positiv auf das Corona-Virus getestet wurde. Damit gibt es nun zwei bestätigte Fälle im Bundesland.
13.08 Uhr: Ein Soldat der Bundeswehr liegt mit Verdacht des Coronavirus im Krankenhaus. Er soll Kontakt mit dem Patienten aus NRW (47) gehabt haben. Das erfuhr die „Bild“-Zeitung. Ein Test soll am Nachmittag klären, ob der Soldat wirklich infiziert ist.
Laut Kölner Express gehört der Soldat der Flugbereitschaft der Luftwaffe in Köln an. Dort dürfen die Soldaten bis auf Weiteres ihre Büros nicht verlassen. Die Flugbereitschaft wurde nach Informationen der Zeitung geschlossen.
13.05 Uhr: Auch Empfehlung des Krisenstabes des Kreises Heinsberg werden die meisten Städte im Kreisgebiet ihre Stadtverwaltung sowie sämtliche Aussenstellen wie z.B. Schwimmbäder, ebenfalls für den Publikumsverkehr bis einschließlich Montag geschlossen halten. Das teilte der Krisenstab NRW am Mittag mit.
12.43 Uhr: Der am Coronavirus infizierte Mann aus Gangelt bei Heinsberg soll sich laut Express am 13. und 19. Februar in der Kölner Uniklinik für Nachuntersuchungen aufgehalten haben. Es wurde bereits ermittelt, mit wie vielen Menschen der Mann dort in Kontakt geraten war. Insgesamt sollen zehn Mitarbeiter der Klinik und 31 Patienten ermittelt worden seien. Sein Zustand hat sich in der Nacht zum Mittwoch nicht verschlechtert.
12.32 Uhr: „Zurzeit ist es so, dass die Schulen und Kindergärten geschlossen sind, weil diese Person aus Gangelt auch Kinder hat und am öffentlichen Leben hier teilgenommen hat“, sagte Bürgermeister Bernhard Tholen aus Gangelt (Kreis Heinsberg) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist eine Familie hier aus dem Ort, die man kennt, die an Veranstaltungen teilgenommen hat.“
Einige Bewohner des rund 11.000 Einwohner Örtchens seien in großer Sorge. „Es gibt viele Menschen, die hier schon angerufen und wirklich Angst haben“, berichtete Tholen am Mittwoch.
12.04 Uhr: Die Schulen und Kindergärten im Kreis Heinsberg bleiben vorsorglich bis einschließlich Montag, 2. März, geschlossen.
11.31 Uhr: Der erste Coronavirus-Patient in NRW war nach Informationen des WDR vor zwei Wochen in der Uniklinik in Köln in Behandlung. Nach bislang unbestätigten Informationen des Senders könnte er dort eine Mitarbeiterin angesteckt haben.
Die Frau zeige Krankheitssymptome und wird nun auf das Coronavirus getestet. Auch weitere Mitarbeiter, die mit dem Patienten Kontakt hatten, werden untersucht.
11.01 Uhr: Die Krankenhäuser in NRW sind darauf vorbereitet, potentielle Corona-Patienten zu isolieren. Dies gelte beispielsweise in Köln als der größten Stadt in NRW in jedem Krankenhaus der Stadt, sagte Sabine Wotzlaw, Sprecherin der Stadt Köln. Ähnliches gilt für Aachen, Düsseldorf, Bonn, Essen und Dortmund.
In einem zweiten Schritt würden dann die Menschen vom Gesundheitsamt erfasst, die mit der Person in Kontakt standen. „Gegebenenfalls müssen auch die Kontaktpersonen abgesondert werden.“ Denkbar sei beispielsweise, dass Personen die eigene Wohnung nicht mehr verließen oder dass sie in speziellen Unterkünften oder im Krankenhaus isoliert würden.
10.25 Uhr: In Italien wurden ganze Städte abgeriegelt – ist das nach dem ersten Fall in NRW auch wahrscheinlich? Nein, heißt es aus den Städten. Eine Sprecherin der Stadt Dortmund betonte etwa, eine Abriegelung sei bislang noch nie dagewesen und „aus aktueller Sicht rein theoretisch“. Ähnliches ist aus anderen Städten zu hören.
Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, äußert ebenso Zweifel. „Eine Quarantäne macht nur dann Sinn, wenn man sie ganz effektiv gestalten kann. Das heißt also, dass Sie wirklich dafür Sorge tragen, dass alle die Menschen, die in dieser Quarantäne sind, auch keine Chance haben, andere Menschen anzustecken.“ Alle Menschen müssten in ihren Häusern bleiben und dort versorgt werden.
9.37 Uhr: Wegen des Coronavirus fällt am Freitagabend eine Veranstaltung in Dortmund aus. Die Auslandsgesellschaft hatte einen Informationsabend über Prosecco aus Italien geplant. Weil einige geladene Gäste allerdings nicht aus Norditalien ausreisen dürfen, wurde die Veranstaltung abgesagt.
7.55 Uhr: Der Landrat des Kreises Heinsberg, Stephan Pusch, hat sich am Morgen an die Öffentlichkeit gewandt. In einem Video bei Facebook sagte er: „Vermeiden Sie wenn möglich Massenansammlungen oder Besuche in Gemeinschaftseinrichtungen. Bleiben Sie, wenn es sich nicht vermeiden, lässt bitte zu Hause.“
Der Krisenstab mache sich weiter ein Bild über die Lage und informiert ständig über den aktuellen Stand. „Ich denke diese Situation erfordert von uns allen etwas Disziplin, aber wir sollten auch nicht in Panik verfallen“, sagt Pusch.
7.24 Uhr: Der Zustand des ersten Coronavirus-Patienten in NRW sei unverändert kritisch. Das teilte das Gesundheitsministerium NRW am Mittwochmorgen mit. Das Ministerium berät am Mittwoch über das weitere Vorgehen nach der ersten nachgewiesenen Coronvirus-Infektion in dem Bundesland. Es seien Gespräche geplant, um die Situation zu bewerten, sagte ein Sprecher.
7.08 Uhr: Anders als befürchtet, wird der Bahnverkehr im Kreis Heinsberg am Mittwoch nicht eingestellt. Einschränkungen seien nicht geplant. Das sagte eine Sprecherin von DB Regio NRW der Deutschen Presse-Agentur am Morgen. Aber: Die DB Regio ist „im ständigen Austausch“ mit den Behörden, sagte die Sprecherin.
Zu den Maßnahmen, um eine Verbreitung zu verhindern, könnte auch die Einstellung des ÖPNV gehören.
6.12 Uhr: Auch die Ehefrau des Mannes sei mit Verdacht auf Lungeninfektion in einem Krankenhaus in Erkelenz behandelt worden. Bei ihr wurde das Coronavirus aber bis Mittwochmorgen nicht nachgewiesen. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.
>> Wie die Situation in Deutschland und Europa aussieht, erfährst du in unserem Newsblog
Dienstag, 25. Februar
22.31 Uhr: Der Kreis Heinsberg rät nun: „Menschen, die zurzeit grippeähnliche Symptome aufweisen, werden gebeten, ihren Hausarzt bzw. Notarztpraxis zunächst telefonisch zu kontaktieren, um die weitere Vorgehensweise abzuklären“, informiert der Kreis Heinsberg.
Wer aus Gebieten zurückkehre, in denen Covid-19-Fälle vorkommen und innerhalb von 14 Tagen nach der Rückkehr Fieber, Husten oder Atemnot entwickle, solle unnötige Kontakte vermeiden, nach Möglichkeit zu Hause bleiben, beim Husten und Niesen Abstand zu anderen Menschen halten, regelmäßig und gründlich Hände mit Wasser und Seife waschen und nach telefonischer Anmeldung unter Hinweis auf die Reiseregion einen Arzt aufsuchen.
22.10 Uhr: Ein Krisenstab des Kreises hat am Dienstag beschlossen, dass Schulen und Kitas im Kreisgebiet Heinsberg am Mittwoch geschlossen bleiben. Auch die Kreisverwaltung bleibt als erste Vorsichtsmaßnahme dicht.
Zurzeit werde auch noch überlegt, den öffentlichen Personennahverkehr im Kreis auszusetzen. Der Krisenstab sei in engem Kontakt mit dem Gesundheitsministerium in Düsseldorf.
Der Krisenstab legt Bürgern nahe, Besuche in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen zu vermeiden. Zusätzlich sollen die Notrufnummern 110 und 112 nicht unnötig blockiert werden.
21.49 Uhr: Der erkrankte Mann soll Kontakt zu einem Bekannten gehabt haben, der sich geschäftlich in letzter Zeit in China aufgehalten hatte, zitierte die „Aachener Zeitung“ Landrat Stephan Pusch.
21.37 Uhr: Der Zustand des mit dem Coronavirus infizierten Patienten ist nach Behördenangaben kritisch. Der Mann ist nach dpa-Informationen Mitte 40, leidet aber an einer Vorerkrankung. Wie der WDR berichtet, wird der Mann künstlich beatmet.
21.21 Uhr: Der erste Fall des Coronavirus hat NRW erreicht. Ein Mann aus dem Kreis Heisberg ist mit Symptomen einer schweren Lungenentzündung im Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhaus aufgenommen worden.
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Köln: Coronavirus-Verdacht an Karneval! Betroffener Patient erhebt schwere Vorwürfe: „Skandalös“
Coronavirus: Erster NRW-Patient in kritischem Zustand infiziert ++ Weiterer Fall in BaWü ++
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Wie kann ich mich schützen?
Die empfohlenen Schutzmaßnahmen sind im Grunde die gleichen wie in jeder Grippesaison. Konkret: Husten und Niesen sollte man in die Armbeuge und nicht in die Faust oder Handfläche. Hustet oder niest jemand anderes, hält man am besten einen bis zwei Meter Abstand.
Im Alltag müssen die Menschen ihre Hände zwar nicht ständig mit einem Desinfektionsmittel einreiben, sie sollten sie aber regelmäßig und gründlich mit Seife waschen. Und auch wenn es erstmal banal klingt: Man sollte sich so wenig wie möglich ins Gesicht fassen.
Einen Impfstoff gibt es noch nicht und wird es auch vor Jahresende nicht geben, sagt der Chef des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Wer sich gegen die Grippe impfen lässt, hilft aber dabei, das Gesundheitswesen zu entlasten. Und ältere Menschen können sich gegen Pneumokokken impfen lassen.
Wo gibt es aktuelle Infos?
Das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben Webseiten eingerichtet. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es Tipps auf Englisch. Für Fragen hat auch die Krankenkasse Barmer eine kostenlose Hotline (0800/84 84 111) eingerichtet. Sie ist rund um die Uhr erreichbar.
Wie groß ist die Ansteckungsgefahr in Deutschland?
Das Robert-Koch-Institut erfasst ständig die Lage und schätzt das Risiko für die Bevölkerung ein. Nach Aussage des Instituts gibt es zurzeit noch keine Hinweise darauf, dass die Viren anhaltend im Umlauf sind. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte am Montag jedoch in Berlin, man müsse damit rechnen, dass sich die Krankheit auch in Deutschland ausbreiten könne.
Neben den beiden aktuellen Fällen aus NRW und Baden-Württemberg, sind bisher in Deutschland nur wenige bestätigte Infektionsfälle aufgetreten. Sie betrafen eine Firma in Bayern oder Menschen, die Anfang Februar 2020 aus Wuhan in China ausgeflogen worden waren, wo es weltweit die meisten Fälle von Covid-19 gibt. Fast alle diese Patienten sind bereits gesund aus dem Krankenhaus entlassen worden. (jg/mb/mit dpa)
2020-02-26 14:45:00Z
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