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Coronavirus-Ausbruch: Virologe rechnet mit bis zu 70 Prozent Infizierten - t-online.de

Coronavirus-Ausbruch: Virologe rechnet mit bis zu 70 Prozent Infizierten - t-online.de

In Deutschland könnten sich laut Virologe Christian Drosten bis zu 70 Prozent der Bevölkerung mit dem Coronavirus infizieren. In Berlin berät der Krisenstab der Bundesregierung. Alle Infos im Newsblog.

In Deutschland gibt es weitere Coronavirus-Fälle. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte an, er erwarte eine noch deutlich stärkere Verbreitung im Land. Auch weltweit steigen die Zahlen der Neuerkrankungen stetig, bisher gibt es nach offiziellen Angaben mehr als 80.000 Infizierte und fast 3.000 Tote.

18.01 Uhr: Köpping: Kein Fall mit neuem Coronavirus in Sachsen 

In Sachsen gibt es keinen bestätigten Fall einer Infektion mit dem neuen Coronavirus. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) in einer auf Facebook verbreiteten Videobotschaft. Sie schränkte ein, dass sich dies rasch ändern könne.

Die Ministerin versicherte, dass die Menschen zuverlässig auf dem Laufenden gehalten würden. "Das Robert-Koch-Institut, das Ministerium und ich informieren Sie immer wieder über die aktuelle Entwicklung", sagte Köpping und wandte sich damit direkt an die Bürger.

Die Ministerin rief dazu auf, Ruhe zu bewahren. Es gelte vorsichtig zu sein, aber keine Panik zu schüren. Hamsterkäufe seien unnötig. "Sie brauchen keine Einkäufe zu machen, die über das normale Maß hinausgehen", betonte sie.

17.50 Uhr: Wegen Sorge vor Coronavirus-Pandemie: Dax mit schwärzester Woche seit August 2011

Der Kursrutsch aus Sorge vor einer Coronavirus-Pandemie hat am Freitag mit einem Dax-Verlust von zeitweise mehr als 5 Prozent einen vorläufigen Höhepunkt erlebt. Der deutsche Leitindex erholte sich aber im späten Handel etwas und schloss mit 3,86 Prozent im Minus bei 11 890,35 Punkten. Mit einem Rutsch um letztlich 12,44 Prozent seit dem vergangenen Freitag erlebten die Anleger gleichwohl die schwärzeste Woche seit dem Börsencrash im August 2011, der im Zusammenhang mit der Weltfinanzkrise stand.

17.45 Uhr: Mann aus Nürnberg positiv auf das Coronavirus getestet 

Ein Mann aus Nürnberg ist während einer Geschäftsreise nach Baden-Württemberg positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Der 36-Jährige werde in einem Krankenhaus in Karlsruhe isoliert behandelt, teilten das Gesundheitsministerium in Stuttgart sowie die Stadt Nürnberg am Freitag mit. Auch seine Familie habe Symptome gezeigt, hieß es. Die Ehefrau, zwei Kinder, sowie die Schwiegermutter des Mannes befänden sich in einer Nürnberger Isolierstation zur Abklärung, hieß es. Mit den Testergebnissen werde frühestens am Samstag gerechnet. In Baden-Württemberg gibt es damit nun zwölf Menschen, die sich mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 infiziert haben.

17.28 Uhr: Veranstalter fürchten Einbußen wegen Coronavirus

Angesichts der Absage von Großveranstaltungen in Norditalien und der Schweiz aufgrund des Coronavirus zeigen sich Konzert- und Tourneeveranstaltern in Deutschland besorgt. Wie der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) am Freitag mitteilte, bedroht die mögliche Absage von Veranstaltungen die Existenz vieler Unternehmen der Branche. "Wir beobachten bereits seit einigen Tagen einen erheblichen Einbruch bei den Kartenverkäufen", sagte Verbandspräsident Jens Milchow.

"Sofern wir zukünftig Veranstaltungen aufgrund behördlicher Anordnungen ausfallen lassen müssen, droht zahlreichen Veranstaltungsunternehmen der wirtschaftliche Kollaps", sagte der Verbandspräsident weiter. Der Verband appellierte deshalb an die Behörden, Absagen nur nach Einzelfallprüfung und bei konkreter Gefährdungslage anzuordnen.

Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung, die der BDKV in Auftrag gegeben hat, werden mit Konzert- und anderen Veranstaltungen jährlich circa 5 Milliarden Euro umgesetzt. Dabei verzeichnet alleine Hamburg 2,3 Millionen Kurzurlauber, die Musikveranstaltungen besuchen.

17.17 Uhr: Coronavirus-Ausbreitung: Lückenkemper will keine Olympischen Spiele ohne Zuschauer

Für Sprinterin Gina Lückenkemper sind Olympische Spiele ohne Zuschauer keine Option. "Ich glaube nicht, dass das IOC so etwas macht. Entweder die Spiele werden abgesagt oder sie finden statt – und wenn sie stattfinden, dann finden sie so statt, wie gewohnt", sagte die 23 Jahre alte Soesterin dem "Westfälischen Anzeiger" mit Bezug auf die Ausbreitung des Coronavirus. Ihre Vorbereitung auf die Wettkämpfe in Tokio will die EM-Zweite über 100 Meter unbeirrt fortsetzen: "Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich optimal auf die Olympischen Spiele vorzubereiten und abzuwarten, ob sie stattfinden."

Das Internationale Olympische Komitee hält derzeit trotz des Coronavirus-Ausbruchs in Japan an den Olympischen Spielen in Tokio fest. Die IOC-Koordinierungskommission setze sich voll und ganz für die planmäßige Austragung der Sommerspiele ein, hatte IOC-Präsident Thomas Bach angekündigt. Die Sommerspiele sollen am 24. Juli eröffnet werden.

17.06 Uhr: Hongkong stellt Haustiere von Coronavirus-Infizierten unter Quarantäne

Alle Haustiere von Hongkonger Coronavirus-Infizierten sollen nach Anordnung der Regierung unter Quarantäne gestellt werden. Wie die Behörden am Freitag mitteilten, wird der Hund einer 60-jährigen Erkrankten bereits auf einer Isolierstation behandelt, weil er sich möglicherweise mit Sars-CoV-2 angesteckt hat. "Proben aus der Nasen- und Mundhöhle wurden schwach positiv auf COVID-19 getestet", sagte ein Regierungssprecher.

Laut dem Sprecher ist unklar, ob sich der Hund tatsächlich mit dem Virus angesteckt hat oder ob die niedrigen Werte im Nasen- und Mundbereich vielleicht aus seiner Umwelt stammen könnten. Der Hund zeige zwar keine "relevanten Symptome", sei aber vorsichtshalber für 14 Tage unter Quarantäne gestellt worden, hieß es weiter. Der Vierbeiner wird demnach intensiv medizinisch überwacht und weiteren Tests unterzogen.

Der Hund war am Mittwoch aus dem Haus seiner Besitzerin geholt und in die Isolierstation eines Krankenhauses gebracht worden, nachdem die 60-jährige Frau positiv auf das neuartige Coronavirus aus China getestet worden war.

Weltweit hat damit erstmals eine Regierung Haustiere wegen der Coronavirus-Epidemie unter Quarantäne gestellt. Bislang gab es keine Anzeichen darauf, dass sich Haustiere wie Hunde oder Katzen mit dem Virus anstecken oder es auf Menschen übertragen könnten. Ungeachtet dessen ordnete die Hongkonger Regierung an, dass alle Haustiere infizierter Menschen unter Quarantäne gestellt und 14 Tage lang regelmäßig auf das Virus getestet werden sollten.

In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong wurden bislang 94 Infektionsfälle bestätigt, zwei Menschen starben dort an der Atemwegserkrankung Covid-19. Weltweit gab es bislang mehr als 83.000 Fälle.

16.57 Uhr: WHO: Risiko weltweiter Ausbreitung des Coronavirus "sehr hoch"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der wachsenden Zahl von Coronavirus-Fällen das Risiko einer weltweiten Verbreitung des Virus von "hoch" auf "sehr hoch" gesetzt. Noch aber sei der Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus Sars-CoV-2 nicht verloren, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. "Die Eindämmung beginnt mit jedem Einzelnen", sagte er. "Zusammen sind wir stark. Unser größter Feind ist nicht das Virus. Unsere größten Feinde sind Angst, Gerüchte und Stigma. Was wir brauchen, sind Fakten, Vernunft und Solidarität."

Die meisten Fälle seien bislang zu anderen Infizierten oder Regionen mit vielen Fällen zurückzuverfolgen. "Wir haben noch keine Hinweise, dass sich das Virus frei in der Bevölkerung überträgt", sagte er. Tedros wiederholte die Ratschläge der Gesundheitsdienste: unter anderem, dass sich alle Menschen stets gründlich die Hände waschen, sich über vertrauenswürdige Quellen informieren, sich im Fall von Unwohlsein von anderen fernhalten und Menschen, mit denen sie in Kontakt waren, informieren.

Nach seinen Angaben sind etwa 20 Impfstoffe in der Entwicklung, zudem würden einige Medikamente getestet. Erste Ergebnisse gebe es in den kommenden Wochen. Das neuartige Sars-CoV-2-Virus kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

16.37 Uhr: Hausärzte zu Coronavirus: "Schutzmaterialien werden knapp"

Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus werden die Schutzmaterialien in vielen niedersächsischen Hausarztpraxen knapp. Es sei derzeit schwierig, Ausrüstung wie Schutzkittel oder Mundschutz nachzubestellen - auch weil die Masse davon in China produziert werde, sagte der Vorsitzende des niedersächsischen Hausärzteverbandes, Mathias Berndt, am Freitag.

Angesichts der steigenden Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland forderte Berndt einen anderen Umgang mit Verdachtsfällen in Niedersachsen. "Wir brauchen Schwerpunkt-Praxen, wo die Diagnostik gemacht wird", sagte der Mediziner. Die Schutzmaterialien könnten dann auf diese Zentren konzentriert werden. Denkbar sei, die regionalen Anlaufstellen an Notfallambulanzen oder Gesundheitsämtern anzusiedeln - möglicherweise auch in Containern oder Zelten, um die Betroffenen von anderen Patienten zu trennen.

Wer glaubt, sich mit dem neuartigen Virus infiziert zu haben, sollte sich zunächst telefonisch an den Hausarzt wenden. Derzeit werden Patienten mit Sars-CoV-2-Verdacht laut Berndt in der Regel außerhalb der regulären Sprechzeiten einbestellt, um einen Abstrich zu nehmen. Dies sei bei steigenden Erkrankungszahlen nicht mehr praktikabel. "Wir müssen die Patientenströme trennen", sagte Berndt.

Der Verbandschef lobte das Krisenmanagement in Niedersachsen. "Es gibt eine bemerkenswert gute Abstimmung zwischen den Behörden." Die Lage werde täglich neu bewertet.

16.18 Uhr: Krisenstab der Bundesregierung zusammengekommen

Der Krisenstab der Bundesregierung ist am Freitag in Berlin zusammengekommen, um über weitere Vorkehrungen gegen das neue Coronavirus Sars-CoV-2 zu beraten. Unter anderem sollen Kriterien zum Umgang mit Großveranstaltungen wie Messen erarbeitet werden, wie es vorab hieß. Dies soll den zuständigen Behörden vor Ort helfen, über Maßnahmen zu entscheiden. Konkrete Empfehlungen soll der Krisenstab nicht geben. Es gehe um eine "Handlungsorientierung", um bei vergleichbaren Situationen auch vergleichbare Krisenmaßnahmen zu gewährleisten.

Beraten werden soll zudem über die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung wie Atemmasken und Spezialanzügen, die weltweit stark gefragt sind. Der Krisenstab hat schon erste Maßnahmen auf den Weg gebracht. So sollen auch Flugpassagiere, die mit Maschinen aus Südkorea, Japan, Iran und Italien kommen, Angaben zu ihrer Erreichbarkeit nach der Landung machen. Dies gilt bereits für Direktflüge aus China. Solche "Aussteigekarten" sollen eine rasche Kontaktaufnahme ermöglichen, wenn sich herausstellt, dass jemand an Bord infiziert war.

16.14 Uhr: Zahl der Infizierten im Kreis Heinsberg auf 35 gestiegen

Im Landkreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bestätigen Coronavirusfälle auf 35 gestiegen. Das sagte Landrat Stephan Pusch (CDU). Bis auf ein Ehepaar, das stationär im Krankenhaus behandelt werde, seien die anderen Krankheitsverläufe mild. Die Infizierten stünden zu Hause unter Quarantäne. Insgesamt befinden sich dem Landrat zufolge derzeit rund tausend Menschen im Landkreis in Quarantäne. Die sogenannte Person null, der Ursprung der Ansteckungsketten im Landkreis, sei nach wie vor nicht bekannt, so Pusch.

Angesichts der vielen Querverbindungen zwischen den Menschen und den möglichen Infektionsquellen sei es aber kaum möglich, alle Kontaktpersonen zu ermitteln. "Das stößt an Grenzen", sagte Pusch. Der Fokus liege darauf sicherzustellen, dass tatsächlich Erkrankte schnellstmöglich vom Hausarzt untersucht würden und über das weitere Verfahren entschieden werde.

Besonders betroffen in dem Landkreis ist Gangelt, ein 12.500-Einwohner-Ort an der deutsch-niederländischen Grenze nördlich von Aachen. Das betreffende Ehepaar, das in einer Klinik liegt, stammt aus dem Ort. Der erkrankte Ehemann nahm noch an einer Karnevalsveranstaltung mit rund 400 Besuchern teil. Die Kinder und Verwandten des Paars wurden Pusch zufolge negativ auf das Coronavirus getestet. Untersuchungsergebnisse aus einer Kita, in der die Frau arbeitet, sollten am Freitagabend vorliegen.

16.10 Uhr: Gesundheitsministerium für Absage der Tourismusbörse

Das Bundesgesundheitsministerium ist nach Angaben aus dem Ministerium wegen der Ausbreitung des Coronavirus für eine Absage der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin. In Ministeriumskreisen wurde am Freitag ein entsprechender "Bild"-Bericht bestätigt. Für die am Nachmittag anstehende Sitzung des Krisenstabes der Bundesregierung habe das Ministerium einen Prinzipienkatalog ausgearbeitet, der dort nun beraten werde. Lege man diese Prinzipien zugrunde, könne die Entscheidung zur ITB nur Absage lauten. Bei größeren Veranstaltungen sei unter anderem die Rückverfolgbarkeit von Kontaktpersonen im Fall von Infektionen mit dem Coronavirus äußerst schwierig. 

16.04 Uhr: Virologe Drosten rechnet mit hoher Infiziertenzahl

In Deutschland sind nach Ansicht eines Experten hohe Infektionszahlen mit dem neuen Coronavirus zu erwarten. "Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren, aber wir wissen nicht, in welcher Zeit", sagte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité. "Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder sogar noch länger." Problematisch werde das Infektionsgeschehen nur, wenn es in komprimierter, kurzer Zeit auftrete. "Darum sind die Behörden dabei, alles zu tun, um beginnende Ausbrüche zu erkennen und zu verlangsamen."

Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin: Nach Ansicht von Drosten werden sich 60 bis 70 Prozent in Deutschland mit dem Coronavirus infizieren, man könne nur noch nicht sagen, in welcher Zeit. (Quelle: dpa)Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin: Nach Ansicht von Drosten werden sich 60 bis 70 Prozent in Deutschland mit dem Coronavirus infizieren, man könne nur noch nicht sagen, in welcher Zeit. (Quelle: dpa)

Zahlen aus China deuten laut Drosten darauf hin, dass es so kommen könnte wie bei den großen Grippe-Pandemien 1957 und 1968. "Das es so wird wie die Spanische Grippe 1918, glaube ich nicht." Das Muster mit einem Rückgang der Zahlen im Sommer und einem Wiederauftreten danach könne aber ähnlich sein. "Ich glaube, dass wir das Virus hier bei uns auf sehr, sehr kleiner Flamme halten können, vielleicht sogar auf so kleiner Flamme, dass wir das kaum noch bemerken im Alltag", so Drosten. "Das heißt aber deswegen nicht, dass es weg ist." Man müsse dann weiterhin gezielt danach suchen.

Deutschland sei hervorragend auf die Lungenkrankheit Covid-19 vorbereitet. "Wenn das ganze Pandemiegeschehen, bevor das Virus zu einem landläufigen Erkältungsvirus wird und nicht mehr weiter auffällt, sich so in zwei Jahren abspielt, da können wir damit umgehen", sagte Drosten. "Wenn es ein Jahr ist, wird es deutlich schwerer, weil wir dann in derselben Zeit deutlich mehr Fälle haben."

15.55 Uhr: Coronavirus-Fall in Düsseldorf: 1.500 Kollegen sollen zu Hause bleiben

Nachdem bei einem Mitarbeiter eines großen Beratungsunternehmens in Düsseldorf das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde, sollen 1.500 Kolleginnen und Kollegen des Mannes erst einmal zu Hause bleiben. Die Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) berichtete am Freitag, sie sei am Donnerstagabend über die Erkrankung ihres Angestellten informiert worden und habe daraus Konsequenzen gezogen. "Wir haben alle Mitarbeiter der betreffenden Niederlassung darüber informiert und sie aufgefordert, bis auf weiteres zu Hause zu bleiben", erklärte ein Unternehmenssprecher.

Betroffen sind rund 1.400 Mitarbeiter von Ernst & Young in Düsseldorf und weitere 110 Beschäftigte der Niederlassung in Essen, wo der Mann ebenfalls gelegentlich gearbeitet habe. Laut Ernst & Young hatte der Mitarbeiter keinen Kontakt mit Mandanten. Ein eingeschränkter Betrieb könne durch Arbeiten im Homeoffice aufrechterhalten werden, betonte der Sprecher.

Zuvor hatte die "NRZ" über das Geschehen berichtet. Nach ihren Informationen kommt der Mitarbeiter aus dem Kreis Heinsberg.

15.39 Uhr: Virologe: Covid-19 bleibt wohl wie Influenza dauerhaft 

Deutschland wird Experten zufolge mit dem neuen Coronavirus dauerhaft wie mit der normalen Grippe leben müssen. Der Virologe Christian Drosten erwartet in Deutschland eine der höchsten Fallzahlen Europas, "weil unsere Bevölkerung sehr reisefreudig ist", wie der Experte von der Berliner Charité am Donnerstagabend im ZDF sagte.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet frühestens 2021 mit einem Impfstoff. "In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es den Übergang zu managen", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse" vom Freitag.

Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes: "In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es den Übergang zu managen", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse" vom Freitag. (Quelle: imago images)Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes: "In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es den Übergang zu managen", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse" vom Freitag. (Quelle: imago images)

Drosten sagte in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner": "Wir werden in den nächsten Tagen sehen, dass neue Fälle und kleine Fallgruppen wie die Pilze aus dem Boden schießen werden." Bislang gibt es in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 53 Nachweise von Coronavirus-Infektionen. Davon sind mindestens 37 Fälle in den vergangenen Tagen bekannt geworden – hauptsächlich in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, wie eine RKI-Liste zeigt. Trotz der neuen Fälle sieht das Institut in Deutschland derzeit noch kein breites Krankheitsgeschehen. Insgesamt bleibe es bei der Einschätzung, dass das Risiko gering bis mäßig sei, sagte der RKI-Vizedirektor Lars Schaade am Freitag.

15.34 Uhr: Zwölf bestätigte Coronavirus-Fälle in Baden-Württemberg

Die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nimmt in Baden-Württemberg weiter zu. Das Gesundheitsministerium teilte am Freitagnachmittag mit, dass zwei weitere Menschen erkrankt sind. Ein Mann aus Nürnberg hat sich demnach während einer Geschäftsreise in Karlsruhe krank gemeldet und wird in der Fächerstadt isoliert betreut. Auch seine Familie in Nürnberg habe Symptome gezeigt, hieß es. Einen weiteren Fall meldeten die Behörden aus Freiburg. Dort sei ein Mann aus dem Kreis Breisgau-Hochschwarzwald nach einer Italienreise positiv getestet worden. In Baden-Württemberg gibt es damit nun zwölf Menschen, die sich mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 infiziert haben.

Bereits am Vormittag hatte das Ministerium zwei neue Fälle gemeldet, darunter ist auch ein Mann aus dem Landkreis Ludwigsburg. Er sei bei der sogenannten Influenza-Überwachung "herausgefischt" worden. Das bedeutet, dass Proben im Labor des Landesgesundheitsamtes, die auf Influenza getestet wurden, automatisch auch auf das Coronavirus hin untersucht werden. Dies ist der erste Fall, der auf diese Art ermittelt wurde.

Bei dem anderen Fall handelt es sich um einen Mann aus dem Rhein-Neckar-Kreis, der sich am Mittwochabend nach seiner Rückkehr aus dem Skiurlaub in Südtirol gemeldet hatte.

15.32 Uhr: Bundeswehr schafft zusätzliche Kapazitäten wegen Coronavirus 

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr bereitet zusätzliche Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 vor. Für eine isolierte Unterbringung von Soldaten, bei denen der Verdacht einer Infektion bestehe, stünden dann mehr als 1.200 Plätze bereit, teilte der Sanitätsdienst am Freitag mit. Bisher sei ein Soldat infiziert.

Die fünf Bundeswehrkrankenhäuser seien darauf vorbereitet, mit Sars-CoV-2 infizierte Patienten nach gültigen Richtlinien in Einzelisolierung behandeln zu können. Zusätzlich stelle jedes der Bundeswehrkrankenhäuser Plätze für intensivpflichtige Covid-19-Erkrankte bereit, hieß es weiter.

"Wir stehen vor folgenden Herausforderungen: Es muss offen, ehrlich, zentral und verständlich über das Virus informiert werden. Das ist die entscheidende Grundlage dafür, dass gerade jetzt im Winter nicht jeder eigene Husten oder die laufende Nase in der Familie zu Angst und Unsicherheit führt", erklärte Oberstarzt Thomas Harbaum, für die Präventivmedizin in der Bundeswehr zuständig. "Gleichzeitig gilt es, unsere Vorbereitungen auf eine Epidemie jetzt zu nutzen und alle Maßnahmen umzusetzen, die einer Ausbreitung im Inland und in unseren Einsatzgebieten so weit wie möglich vorbeugen."

Das Sanitätswesen der Bundeswehr ist zunächst für die Versorgung der rund 184.000 Soldaten zuständig. Wenn zivile Stellen Unterstützung anfordern, wird das im Einzelfall geprüft.

15.28 Uhr: Italien bittet EU-Partner um Schutzmasken 

Italien hat seine europäischen Partner nach Angaben der EU-Kommission um Hilfe bei der Beschaffung von Schutzmasken gebeten. Nun werde geprüft, welche Mitgliedstaaten dem vom neuen Coronavirus besonders betroffenen Land die benötigten Masken schicken könne, sagte eine Behördensprecherin am Freitag in Brüssel.

Parallel dazu läuft ein Verfahren, um Material zum persönlichen Schutz vor dem Virus gemeinsam einzukaufen. Die Gesundheitsminister der 27 EU-Staaten hätten das bei ihrem Treffen am 13. Februar auf den Weg gebracht, hieß es. Bis zum Freitag war jedoch nicht klar, wie viele Staaten dabei welchen Bedarf angemeldet hätten.

Die Kommission macht sich den Angaben zufolge Sorgen um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise rund um den Virus. Binnenmarktkommissar Thierry Breton wolle die Folgen EU-weit untersuchen lassen, sagte die Sprecherin. Im März komme das Thema auf die Tagesordnung des Ministerrats.

Die Bundesregierung sucht ebenfalls nach Lösungen, um Schutzausrüstung etwa für medizinisches Personal verfügbar zu halten. Es solle geprüft werden, welche Lagerbestände es in Deutschland gebe, hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" gesagt. Außerdem gelte es - notfalls durch Beschlagnahmungen oder Exportverbote - auch rechtlich sicherzustellen, dass nichts davon mehr das Land verlasse.

15.23 Uhr: Prozessteilnahme für Zwanziger "unzumutbar" 

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger will auch aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus nicht zum Sommermärchen-Prozess nach Bellinzona in die Schweiz reisen. "Ich halte es für absolut unzumutbar, eine Reise ins Tessin, das an die Lombardei grenzt, und in dem Veranstaltungen abgesagt werden, anzutreten", sagte Zwanziger am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Theo Zwanziger (Archivbild): Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger will auch aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus nicht zum Sommermärchen-Prozess nach Bellinzona in die Schweiz reisen. (Quelle: dpa)Theo Zwanziger (Archivbild): Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger will auch aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus nicht zum Sommermärchen-Prozess nach Bellinzona in die Schweiz reisen. (Quelle: dpa)

Der 74-Jährige ist von den Schweizer Behörden wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung angeklagt. Der erste von zehn Verhandlungstagen ist für den 9. März anberaumt. Neben Zwanziger gehören auch die ehemaligen DFB-Funktionäre Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt sowie der ehemalige Schweizer FIFA-Generalsekretär Urs Linsi zu den Angeklagten. Alle haben die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

15.19 Uhr: Robert Koch-Institut: 53 Corona-Nachweise in Deutschland

Bislang gibt es in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts mindestens 53 Nachweise von Coronavirus-Infektionen. Davon sind mindestens 37 Fälle in den vergangenen Tagen bekannt geworden – hauptsächlich in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, wie eine RKI-Liste zeigt. Hinzu kommen nach einer dpa-Auswertung Fälle in Rheinland-Pfalz, Bayern, Hessen sowie ein Infizierter in Schleswig-Holstein, der in Hamburg arbeitet. Zudem gibt es 16 ältere Fälle, von denen die letzten am 11. Februar in Bayern bekannt wurden. Von ihnen ging keine weitere bekannte Ansteckung aus.

15.14 Uhr: Unbekannte scheitern in Brandenburg mit Coronavirus-Trickbetrug

In Brandenburg sind Unbekannte mit einem Coronavirus-Trickbetrug an Senioren gescheitert. Ein Telefonanrufer gab sich gegenüber zwei Frauen aus dem Landkreis Oberhavel als Enkel aus, der für die Behandlung seiner Coronavirus-Erkrankung 100.000 Euro benötige, wie die Polizei in Neuruppin am Freitag mitteilte. Ein 85-Jähriger konnte im Mühlenbecker Land von der Polizei kurz vor der Übergabe von 22.000 Euro an die Betrüger aufgehalten werden.

Am Donnerstagnachmittag erhielten die 82 und 67 Jahre alten Seniorinnen einen Anruf von ihrem vermeintlichen Enkel. In beiden Fällen forderte der Unbekannte 100.000 Euro. Beide gingen nicht auf die Forderung ein und legten auf.

Später am Nachmittag informierte die Schwiegertochter des 85-Jährigen die Beamten. Der Mann wurde von seinem angeblichen Sohn angerufen, der sich wegen einer Infektion mit dem Coronavirus in Behandlung befinde. Später rief ein anderer Mann an, der sich als Oberarzt eines Krankenhauses ausgab. Er gab vor, 22.000 Euro für die Behandlung des vermeintlichen Sohns zu benötigen.

Der 85-Jährige fuhr daraufhin zu seiner Bank und hob das Geld ab. Die Polizei konnte ihn aber rechtzeitig vor der Geldübergabe antreffen und von der Zahlung abhalten. Er zahlte das Geld daraufhin wieder bei der Bank ein und erstattete Anzeige.

15.10 Uhr: Wegen Corona würden in Bayern keine Ortschaften abgeriegelt

Die Abriegelung ganzer Ortschaften wegen des Coronavirus wie etwa in Italien steht in Bayern nach Angaben der Staatsregierung nicht zur Diskussion. "Ein ganzes Dorf abzuriegeln, steht definitiv nicht zur Debatte", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag in München nach einer Sitzung des Kabinetts zur Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland und Bayern. Der Freistaat sehe die Strategie vor, Personen die krank sind oder bei denen ein Verdacht bestehe, zu isolieren und unter Quarantäne zu stellen.

15.02 Uhr: Laschet warnt vor Panik wegen Coronavirus 

Die Corona-Infektionen in Nordrhein-Westfalen haben nach den Worten von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zu einer ernsten Situation geführt. Panik und Alarmismus wären allerdings falsch, sagte er am Freitag nach einem Besuch im Krisenstab des bislang am stärksten betroffenen Kreises Heinsberg.

Armin Laschet (rechts, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg: Immer mehr Menschen im Kreis Heinsberg müssen nach den ersten Infektionsfällen mit dem neuartigen Coronavirus vorsorglich zu Hause bleiben – Laschet warnte aber vor Panik und Alarmismus.  (Quelle: dpa)Armin Laschet (rechts, CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg: Immer mehr Menschen im Kreis Heinsberg müssen nach den ersten Infektionsfällen mit dem neuartigen Coronavirus vorsorglich zu Hause bleiben – Laschet warnte aber vor Panik und Alarmismus. (Quelle: dpa)

Der Ministerpräsident wollte sich vor Ort aus erster Hand informieren und sich bei allen Helfern bedanken. Jetzt sei es wichtig, über alles zu informieren, was dabei helfe, das Coronavirus einzudämmen, sagte Laschet. "Das Land Nordrhein-Westfalen wird weiter seinen Beitrag leisten, um dieser Lage gerecht zu werden. Wir sichern volle Unterstützung zu."

14.58 Uhr: Behörden: Sperrbezirk in Kreis Heinsberg bislang kein Thema

In dem besonders stark vom Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg ist nach Angaben nordrhein-westfälischer Behörden bislang kein Sperrbezirk geplant. Sowohl das Düsseldorfer Gesundheitsministerium als auch der Kreis Heinsberg dementierten am Freitag anderslautende Medienberichte. Ein Sperrbezirk sei bislang kein Thema, sagten Sprecher beider Behörden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In NRW sind derzeit 20 Coronavirus-Fälle bekannt. Allein im Kreis Heinsberg sind mittlerweile nach Schätzungen der Behörden 1.000 Menschen in häuslicher Quarantäne.

14.55 Uhr: Immer mehr Länder melden Coronavirus-Infizierte 

Das Coronavirus breitet sich weltweit und auch in Europa weiter aus: Neu hinzu kamen in Europa die Niederlande, Litauen und Weißrussland, während am Freitag mit Nigeria erstmals auch ein Land im südlichen Afrika einen Infektionsfall der Lungenkrankheit Covid-19 meldete. Vor allem in Südkorea und im Iran war das neuartige Corona-Virus weiter virulent. In der Schweiz wurden Großveranstaltungen abgesagt, betroffen ist auch die Basler Fastnacht.

14.47 Uhr: Bayerns Ärzte klagen über Mangel an Corona-Schutzkleidung

Viele Mediziner in Bayern klagen über Probleme bei der Beschaffung von geeigneter Schutzkleidung für die Behandlung von Patienten mit dem Coronavirus. Dies sagte am Freitag Landesgesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) nach einer Sitzung des Kabinetts zum Umgang mit der Krankheit. Die Staatsregierung sei diesbezüglich in Gesprächen mit Herstellern der Kassenärztlichen Vereinigung, der Ärzteschaft und der Bundesregierung. Derzeit werde auch diskutiert, ob die Tests auf eine Infektion "materialschonender" an einem zentralen Ort erfolgen könnten. So seien weniger Schutzanzüge notwendig.

14.41 Uhr: Zwei Schulen in Nordrhein-Westfalen sagen Unterricht ab

Wegen des Coronavirus haben zwei Schulen in Bielefeld und Mönchengladbach den Unterricht abgesagt. Das teilten Sprecher beider Städte am Freitag mit. Nachdem bei einer Mitarbeiterin der Verdacht auf eine Erkrankung bestand, hätten Schulleitung und Gesundheitsamt in Bielefeld entschieden, den Unterricht ausfallen zu lassen, sagte ein Sprecher des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe. Montag und Dienstag bleibt voraussichtlich eine Schule in Mönchengladbach geschlossen, weil der Bruder einer Lehrkraft positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Ob Schulen geschlossen werden, entscheiden grundsätzlich die Gesundheitsbehörden, teilte das Schulministerium in NRW mit. In Ausnahmefällen könne auch die Schulleitung "zur Abwehr erheblicher konkreter Gefahren" die Schließung veranlassen. Schulleitungen könnten im Einzelfall auch Schülerinnen und Schüler vom Unterricht ausschließen, wenn von ihnen eine Gesundheitsgefahr ausgehe.

Trotz der aktuellen Coronavirus-Lage dürfen Eltern ihre Kinder nicht selbst von der Schule fernhalten. Die Schulpflicht gelte weiter, so lang die Schulen nicht geschlossen würden, hieß es aus dem Schulministerium. Die Entscheidung über die Teilnahme am Unterricht zur Vermeidung einer Coronavirus-Infektion könnten Eltern nur in Rücksprache mit einem Arzt treffen.

14.22 Uhr: Britischer Passagier der "Diamond Princess" gestorben

Ein Brite, der Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" war, ist einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge gestorben. Das Schiff steht im japanischen Hafen Yokohama unter Quarantäne.

14.08 Uhr: LKA: Cyberkriminelle nutzen Sorgen wegen Coronavirus aus 

Das Landeskriminalamt Niedersachsen hat vor einem Medizin-Fakeshop im Internet gewarnt, der die Sorgen wegen der Verbreitung des neuartigen Coronavirus ausnutzt. Cyberkriminelle werben über einen angeblichen Online-Medizinshop beispielsweise mit verschiedenen Atemschutzmasken, wie das LKA über Twitter warnte. Per Spam-Mail hätten die Täter ihr Angebot an zahlreiche Empfänger verschickt und den Firmennamen eines realen deutschen Unternehmens missbraucht - das bereits Anzeige erstattet habe. Das LKA riet im Falle einer Bestellung und Bezahlung bei dem Fakeshop, den jeweiligen Zahlungsanbieter zu kontaktieren und die Zahlung zu stoppen.

14.02 Uhr: Virusangst sorgt für erste Hamsterkäufe 

Die Angst vor dem Coronavirus sorgt inzwischen für erste Hamsterkäufe in Deutschland. Zahlreiche Handelsketten berichteten am Freitag bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur von teilweise deutlich erhöhten Verkaufszahlen bei Produkten wie Konserven oder Desinfektionsmitteln. Kurzfristig sei es in einigen Läden dadurch auch zu Engpässen gekommen.

Der Discounter Lidl teilte mit: "In einigen Regionen und Filialen verzeichnen wir deutlich erhöhte Abverkäufe." Vor allem haltbare Lebensmittel wie Konserven und Nudeln, aber auch Toilettenpapier und Desinfektionsmittel würden aktuell stark nachgefragt. Lidl arbeite intensiv daran, die Warenversorgung in den Filialen sicherzustellen.

Auch Aldi Süd berichtete von einer verstärkten Nachfrage. Das Unternehmen betonte: "Wir sind darauf vorbereitet und erhöhen entsprechend unsere Lagerbestände." Aldi Nord meldete "vereinzelt" höhere Absatzmengen bei haltbaren Lebensmitteln und Hygieneprodukten. Dies könne dazu führen, dass Artikel zeitweise in den Märkten vergriffen seien. Weitreichende Lieferengpässe für Lebensmittel oder Hygieneprodukte schloss das Unternehmen allerdings "zum jetzigen Zeitpunkt" aus. Auch der Großflächendiscounter Kaufland räumte ein: "Bei stark nachgefragten Produkten kann es kurzfristig zu Engpässen kommen."

Die Supermarktkette Rewe verzeichnete "nicht flächendeckend, aber durchaus bundesweit" eine erhöhte Nachfrage nach haltbaren Lebensmitteln. Die Warenversorgung für die Rewe-Märke und die konzerneigene Discountkette Penny gestalte sich aber weiter normal. Ähnlich äußerte sich die SB-Warenhauskette Real. Ein Sprecher sagte, das Unternehmen habe seine Lagerbestände bereits erhöht und beobachte die Entwicklung genau, um auf weitere Nachfrageveränderungen schnellstmöglich reagieren zu können.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) betonte, grundsätzlich seien die Lieferstrukturen im Handel "effizient und gut vorbereitet, sodass die Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist".

13.55 Uhr: 1.200 Untersuchungen auf Coronavirus pro Tag in Bayern

In Bayern werden nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit täglich 1.200 Proben auf das neuartige Coronavirus untersucht. "Das wird schon noch mehr werden", sagte LGL-Leiter Andreas Zapf am Freitag in München nach einer Sitzung mit Mitgliedern des Kabinetts. Die aktuelle Zahl beruhige ihn aber schon mal. Seit Januar werde die Laborkapazität erhöht, noch seien nicht alle Einrichtungen in Bayern damit befasst.

13.48 Uhr: Ausnahmezustand in Japan – Olympia in Gefahr 

Das Coronavirus rückt immer näher an die Sommerspiele in Tokio heran. Auf der japanischen Insel Hokkaido – und damit auch im Olympiaort Sapporo – wurde der Ausnahmezustand ausgerufen.

Der Gouverneur von Hokkaido, Naomichi Suzuki: Wegen des Coronavirus wurde auf der japanischen Insel Hokkaido der Ausnahmezustand ausgerufen – auch die Olympischen Spiele im Sommer sind in Gefahr.  (Quelle: AP/dpa)Der Gouverneur von Hokkaido, Naomichi Suzuki: Wegen des Coronavirus wurde auf der japanischen Insel Hokkaido der Ausnahmezustand ausgerufen – auch die Olympischen Spiele im Sommer sind in Gefahr. (Quelle: AP/dpa)

Die Hauptstadt der zweitgrößten Insel Japans, Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1972, soll bei den Sommerspielen Schauplatz der olympischen Wettbewerbe im Marathonlauf und im Gehen sein. Die 5,7 Millionen Einwohner Hokkaidos wurden aufgefordert, am Wochenende ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Aktuell sind 63 Menschen infiziert.

Dagegen soll der für Sonntag terminierte Tokio-Marathon wie geplant stattfinden. Die Organisatoren hatten aber bereits vor zehn Tagen entschieden, nur 200 Eliteathleten teilnehmen zu lassen. Üblicherweise gingen zuletzt stets zusätzlich rund 40.000 Hobbyläufer auf den Kurs durch die japanische Hauptstadt.

13.36 Uhr: Bayern richtet Krisenstab zum Coronavirus ein 

Bayern richtet einen Krisenstab zum Coronavirus ein. Das kündigte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag nach einer Sitzung des Kabinettsausschusses in München an. Darin sei vor allem das Innenministerium einbezogen. Bislang hatte eine Arbeitsgruppe des Gesundheitsministeriums rund 25 Mal getagt, sagte Huml. Diese sei zuletzt schon mit Vertretern anderer Ministerien verstärkt worden.

13.33 Uhr: Bislang kein weiterer Coronavirusfall nach Infektion von Klinikarzt in Hamburg 

Nach der Ansteckung eines Kinderarztes am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) mit dem neuen Coronovirus gibt es bislang keine weiteren bestätigten Infektionsfälle. Das teilten die Behörden und das UKE am Freitag in der Hansestadt mit. Derzeit werden rund 50 enge Kontaktpersonen des Manns aus dem Patienten- und Kollegenkreis überwacht und isoliert. Die Tests auf mögliche Infektionen unter diesen liefen jedoch noch.

13.28 Uhr: Wegen Coronavirus: Asienreise von Althusmann droht Absage 

Eine knapp einwöchige Asienreise von Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) steht wegen des Coronavirus vor der Absage. Es könne sein, dass die Reise nach Vietnam und Thailand "mit Blick auf die Gesundheit aller Teilnehmer" nicht stattfindet, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag in Hannover. "Eine Absage erscheint im Moment wahrscheinlich." Die Abreise war bisher für den 8. März geplant. In Bangkok, Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt wollte Althusmann mit einer Wirtschaftsdelegation unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Autoindustrie, Digitalisierung, Logistik und erneuerbare Energien besuchen.

13.13 Uhr: 35 Menschen unter Quarantäne in Mönchengladbach 

Wegen des mit dem Coronavirus infizierten Arztes an einer Klinik in Mönchengladbach stehen nun etwa 35 Menschen unter Quarantäne. Der Mann habe Kontakt zu 15 Patienten und 20 Mitarbeitern der Maria Hilf-Kliniken in Mönchengladbach gehabt, sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag. Sie seien bislang ohne Symptome. Eine Patientin mit Symptomen sei negativ auf das Virus getestet worden.

Der Klinikarzt war am Rosenmontag in Mönchengladbach im Dienst. Er befindet sich ebenfalls in Quarantäne und sei angewiesen, vorerst zu Hause zu bleiben. Der Arzt wohnt im Kreis Heinsberg und soll auf einer Karnevalssitzung in Gangelt Kontakt zu einem infizierten Ehepaar gehabt haben.

13.10 Uhr: Bund will einheitliche Maßstäbe bei Krisenmanagement 

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuen Coronavirus strebt die Bundesregierung bundesweit einheitliche Maßstäbe etwa für den Umgang mit Großveranstaltungen an. Der in Berlin eingerichtete Krisenstab wolle Handlungsorientierung geben, damit die zuständigen Behörden in Ländern und Kommunen bei vergleichbaren Situationen auch vergleichbare Entscheidungen treffen, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag.

Bei den Beratungen des Krisenstabs sollte es am Freitagnachmittag laut Gesundheitsministerium darum gehen, Kriterien zu Großveranstaltungen zu erarbeiten. Diese sollen örtlichen Behörden helfen, konkrete Maßnahmen zu treffen. "Eine Empfehlung wird es nicht geben", sagte eine Sprecherin. "Die Entscheidung bleibt vor Ort." Dies gelte etwa auch für die Internationale Tourismusbörse (ITB), die in der kommenden Woche in Berlin ansteht.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) beriet mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) über die Lage und lässt sich weiter unterrichten, wie Regierungssprecher Steffen Seibert sagte. Oberstes Ziel sei, die Virusausbreitung einzudämmen sowie die Versorgung infizierter Menschen und die Informationen der Bürger sicherzustellen. Die Bundesregierung stehe dazu in engem Kontakt mit Ländern, Kommunen und EU-Partnern.

13.05 Uhr: Thüringer Schulen wegen Verdachtsfall geschlossen worden 

Wegen Verdachts auf Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sind im Ilm-Kreis zwei Schulen geschlossen und im Weimarer Land Schulgebäude desinfiziert worden. Das teilten das Landratsamt des Ilm-Kreises und das zuständige Schulamt Mittelthüringen am Freitag mit.

Ein 15-Jähriger aus Amt Wachsenburg wurde am Donnerstag mit Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung zur isolierten Behandlung in den Ilm-Kreis-Kliniken aufgenommen. Untersuchungsergebnisse werden am Wochenende erwartet. Mindestens bis ein Befund vorliegt, fällt der Unterricht an der Regelschule in Ichtershausen, die der Junge besucht, aus. In dem Gebäudekomplex ist zudem eine Grundschule untergebracht. Auch dort werde es vorerst keinen normalen Schulbetrieb geben, hieß es beim Landratsamt.

Auch bei einem achtjährigen Schüler in der Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße liegt ein Verdacht vor, teilte das zuständige Schulamt mit. Zuvor berichteten verschiedene Medien über den Fall. Bis geklärt ist, ob tatsächlich eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 vorliegt, dürften Eltern selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder in den Unterricht schickten, hieß es.

12.58 Uhr: Starke Nachfrage nach Desinfektionsmitteln in Apotheken 

Die Sorge vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus hat die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Mundschutz auch in Apotheken in Thüringen stark ansteigen lassen. "Mundschutz ist aber nicht mehr vorrätig und auch nicht lieferbar", sagte der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes, Stefan Fink, am Freitag auf Anfrage. Auch Desinfektionsmittel zum Auftragen auf die Haut seien so gut wie ausverkauft. Der Großhandel könne kaum noch nachliefern. Verfügbar seien noch Mittel zum Desinfizieren von Flächen. Die Engpässe beträfen sowohl Verbraucher als auch Arztpraxen, die von Apotheken beliefert würden. "Die Praxen haben sich oft aber schon selbst eingedeckt", sagte Fink.

12.53 Uhr: "Tropical Island"-Mitarbeiter werden auf Corona getestet

91 Mitarbeiter des riesigen Brandenburger Erlebnisbads Tropical Islands sollten am Freitag auf das Coronavirus getestet werden. Zuvor war bekannt geworden, dass sich am Wochenende ein Infizierter aus Nordrhein-Westfalen in dem ehemaligen Luftschiffhangar aufgehalten hatte. Er soll nach eigenen Angaben keinen engeren Kontakt zu anderen Badegästen gehabt haben, wohl aber zu einigen Mitarbeitern. Die betreffenden 91 Angestellten seien freigestellt bis die abschließenden Testergebnisse vorlägen, sagte ein Sprecher des Unternehmens. An dem Wochenende waren nach Angaben von Tropical Islands jeden Tag rund 3.500 bis 4.000 Gäste in dem Erlebnisbad südöstlich von Berlin.

12.42 Uhr: Bielefelder Schule schließt wegen Verdachtsfall

Wegen eines Corona-Verdachtsfalls hat eine Schule in Bielefeld am Freitagmorgen den Unterricht abgesagt. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die "Neue Westfälische" berichtet. Es handele sich um eine Mitarbeiterin der Schule, sagte ein Sprecher des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe.

Der Schulleiter habe die Entscheidung in Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt getroffen. Über das weitere Vorgehen werde man sich im Laufe des Tages beraten. Die Frau sei noch nicht getestet worden.

Ob Schulen geschlossen werden, entscheiden grundsätzlich die Gesundheitsbehörden, teilte das Schulministerium in NRW mit. In Ausnahmefällen könne auch die Schulleitung "zur Abwehr erheblicher konkreter Gefahren" die Schließung veranlassen. Schulleitungen könnten im Einzelfall auch Schülerinnen und Schüler vom Unterricht ausschließen, wenn von ihnen eine Gesundheitsgefahr ausgehe.

12.32 Uhr: Radprofi darf wegen Corona-Gefahr Hotelzimmer nicht verlassen

Der dänische Radprofi Michael Mörköv kann wegen des Verdachts auf eine Infizierung mit dem Coronavirus bis auf weiteres nicht an den Bahnrad-Weltmeisterschaften in Berlin teilnehmen. Nach einer Mitteilung des nationalen Radsportverbandes werde der 34-Jährige schnellstmöglich getestet.

Wie die Tageszeitung "Der Nordschleswiger" berichtet, dürfe Mörköv derzeit sein Berliner Hotelzimmer nicht verlassen. Der Madison-Europameister war nach dem Abbruch der UAE-Tour in den Vereinigten Arabischen Emiraten in die deutsche Hauptstadt gereist. Das Etappenrennen war nach positiven Tests bei zwei italienischen Profis vorzeitig beendet worden.

12.20 Uhr: Infizierter Arzt in Hamburg hatte Kontakt zu 50 Patienten

Bei dem ersten im Norden an dem neuen Coronavirus erkrankten Mann handelt es sich um einen Arzt. Das sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) bei einer Pressekonferenz. Er arbeitet in der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Nach Angaben der Senatorin wurden etwa 50 Kontaktpersonen des Erkrankten aus Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) identifiziert.

11.40 Uhr: Genfer Autosalon wegen Coronavirus abgesagt

Der Genfer Autosalon fällt dem Coronavirus zum Opfer. Wegen der steigenden Zahl von Erkrankten verbot die Schweizer Regierung am Freitag alle Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen. Davon betroffen ist auch das Frühjahrstreffen der Autobranche in Europa, das am Montag beginnen sollte und zu dem 600.000 Besucher erwartet wurden.

"Wir bedauern diese Situation, aber die Gesundheit aller Beteiligten ist für uns und unsere Aussteller absolute Priorität", sagte Autosalon-Chef Maurice Turrettini in Genf. "Dies ist ein Fall von höherer Gewalt. Für die Aussteller, die massiv in ihre Präsenz in Genf investiert haben, ist dies ein herber Verlust." Nun müsse der Abbau organisiert werden. Die bereits verkauften Eintrittskarten würden zurückerstattet.

Viele Aussteller hatten zuvor bereits angekündigt, nur mit verkleinerter Mannschaft anzureisen. Der chinesische Autobauer Byton hatte am Freitagmorgen seine Teilnahme abgesagt "aufgrund der bislang ungeklärten Covid-19-Risikolage in Genf und der Verantwortung unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern".

11.35 Uhr: Coronavirus-Fall auch in Düsseldorf

Ein Mitarbeiter einer Düsseldorfer Unternehmensberatung ist mit dem Coronavirus infiziert. Das hat das Unternehmen Ernst & Young am Freitag mitgeteilt. Er habe im Düsseldorfer Büro gearbeitet. Alle Mitarbeiter der Niederlassung seien aufgefordert worden, bis auf weiteres zu Hause zu bleiben.

Der infizierte Mitarbeiter habe nach derzeitigen Erkenntnissen keinen Kontakt zu Mandanten gehabt. Die weiteren Schritte stimme man mit den zuständigen Behörden ab. Zum Übertragungsweg machte das Unternehmen zunächst keine Angaben. 

11.09 Uhr: Zwei weitere Erkrankte in Baden-Württemberg

Es gibt zwei neue Infektionen in Baden-Württemberg. Damit steigt die Zahl der Fälle in dem Bundesland nach Angaben der Behörden auf 16. Bei einem der neuen Ansteckungen handele es sich um einen Mann, der innerhalb der so genannten Influenza-Surveillance "herausgefischt" worden sei. Dabei seien Proben, die negativ auf Influenza getestet wurden, automatisch auch auf das Coronavirus hin untersucht werden. Dies ist der erste Fall, der auf diese Art ermittelt worden sei. Beim zweiten Neuerkrankten handele es sich um einen Mann, der zuvor im Ski-Urlaub in Südtirol gewesen sei.

10.55 Uhr: Coronavirus vermutlich dauerhaft in Deutschland

Immer mehr Experten gehen davon aus, dass sich das neue Coronavirus dauerhaft in Deutschland einnisten wird. "In ein paar Jahren werden wir mit einer weiteren grippeartigen Erkrankung leben, die Covid-19 heißt und gegen die wir impfen können. Jetzt gilt es den Übergang zu managen", so der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, in der "Passauer Neuen Presse". Das neue Virus Sars-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

10.36 Uhr: Dax fällt um mehr als fünf Prozent

Der Dax ist um mehr als fünf Prozent auf 11.743,16 Punkte gefallen. Die Sorge um die Folgen der Coronavirus-Ausbreitung belasten seit Tagen die Finanzmärkte weltweit und haben am Morgen bereits die Börsen in Asien tiefer ins Minus gedrückt.

Mit einem Dax-Verlust von gut 12 Prozent seit dem vergangenen Freitag erleben Anleger die schwärzeste Woche seit Beginn der Griechenland-Schuldenkrise im Sommer 2011. 

10.23 Uhr: Schweiz verbietet sämtliche Großveranstaltungen 

In Deutschland wird heute über mögliche Absagen von Großveranstaltungen beraten. Der Krisenstab der Bundesregierung gibt im Laufe des Tages eine Empfehlung ab. Die Schweiz hat unterdessen bereits sämtliche Großveranstaltungen verboten. Die Situation wird dort als "besondere Lage" gemäß Epidemiengesetz eingestuft, teilte die Regierung mit. Öffentliche und private Veranstaltungen, bei denen sich gleichzeitig mehr als 1.000 Personen aufhielten, würden untersagt. Dieses Verbot gelte mindestens bis zum 15. März.

10.17 Uhr: Neue Zahlen – die mit Abstand meisten Infektionen außerhalb Chinas gibt es in Südkorea

Schon wieder gibt es neue Zahlen aus Südkorea, also dem Land, in dem es weiterhin mit Abstand die meisten Infektionsfälle außerhalb Chinas gibt. Die zuständige Gesundheitsbehörde hat nun 315 Neuinfektionen bekannt gegeben. In den vergangenen 24 Stunden infizierten sich den Angaben zufolge insgesamt 571 Menschen. Die Gesamtzahl bestätigter Ansteckungsfälle stieg damit auf 2.337, die Zahl der Toten liegt bei 13. Das Land hat ein hoch entwickeltes Gesundheitssystem, dessen Statistiken als sehr verlässlich gelten.

09.29 Uhr: Dax bricht bei Handelsstart dramatisch ein

Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat vor dem Hintergrund der Ausbreitung des Coronavirus zum Handelsstart erneut mehr als drei Prozent verloren. Der Index rutschte am Freitagvormittag in Frankfurt am Main unter die Marke von 12.000 Punkten und weitete seine Verluste seit Beginn der Woche auf insgesamt rund zwölf Prozent aus. Auch die Börsenbarometer in Paris und London büßten mehr als drei Prozent ein.

Mit einem Dax-Verlust von mehr als 12 Prozent seit dem vergangenen Freitag erleben die Anleger die schwärzeste Woche seit Beginn der Griechenland-Schuldenkrise im Sommer 2011. Das Rekordhoch aus der Vorwoche bei 13.795 Punkten scheint in der aktuellen Panik am Markt so schnell nicht wieder erreichbar.

08.32 Uhr: Bei Ausfall wegen Coronavirus: Bundesagentur zahlt Kurzarbeitergeld

Die Bundesagentur für Arbeit zahlt für Beschäftigte, deren Betriebe vom neuartigen Coronavirus betroffen sind, Kurzarbeitergeld. "Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder wirtschaftlichen Gründen beruhen. Dies trifft etwa dann zu, wenn Lieferungen ausbleiben und die Produktion eingeschränkt werden muss", teilte die Bundesagentur am Freitag mit.

Ein unabwendbares Ereignis liege auch dann vor, wenn etwa wegen staatlicher Schutzmaßnahmen Betriebe geschlossen würden. Wichtig sei aber, dass die Betriebe die Kurzarbeit vorab bei der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigten. Erste Anfragen seien bereits eingegangen, teilte die Bundesagentur mit.

Zahlreiche Betriebe in Deutschland sind bei ihrer Produktion etwa auf Lieferungen von Materialien und Komponenten aus China angewiesen. Volkswirte befürchten erhebliche Einbußen, sollte sich die Situation rund um das Virus nicht vergleichsweise rasch entspannen.

07.22 Uhr: UN-Sicherheitsrat will Nordkorea-Sanktionen etwas lockern

Der UN-Sicherheitsrat will Ausnahmen von den gegen Nordkorea verhängten Wirtschaftssanktionen erlauben, um dem verarmten Land im Kampf gegen das neuartige Coronavirus zu helfen. Der zuständige Sanktionsausschuss des Sicherheitsrats billigte am Donnerstag die Lieferung medizinischer Ausrüstung an das Land, wie der deutsche Botschafter Christoph Heusgen mitteilte. Angaben zur Art dieser Ausrüstung machte er nicht.

Nordkorea ist wegen seines Atom- und Raketenprogramms mit massiven internationalen Sanktionen belegt und verfügt nur über eine schwache Infrastruktur im Gesundheitswesen.

4.30 Uhr: Ärztekammer: Durch Vermeiden unnötiger Arztbesuche Raum für Corona-Patienten lassen

Die Bundesärztekammer hat die Bürger dazu aufgerufen, unnötige Arztbesuche zu vermeiden, damit Kapazitäten für mögliche Coronavirus-Patienten freigehalten werden. "Es ist wirklich wichtig, dass die Leute jetzt besonnen bleiben", sagte Kammer-Vizepräsidentin Heidrun Gitter den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wer Bagatellerkrankungen mit nur leichten Beschwerden habe, "sollte nicht die Notaufnahmen und Praxen verstopfen, sondern zu Hause bleiben". Im Zweifel könne telefonischer Kontakt zum Arzt gesucht werden.

04.15 Uhr: Hyundai stoppt Produktion in einem Werk

Der Autobauer Hyundai stoppt Gewerkschaftskreisen zufolge die Produktion in einem Werk im Südosten Südkoreas, nachdem ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Ein Sprecher der Gewerkschaft bestätigte das Testergebnis, hatte aber keine weiteren Informationen. Hyundai erklärte, den Bericht zu überprüfen.

03.46 Uhr: Neuseeland verhängt vorübergehendes Einreiseverbot aus Iran

Neuseeland verhängt ein vorübergehendes Einreiseverbot für Reisende aus dem Iran. Personen, die in den letzten 14 Tagen im Iran gewesen seien, sollten sich selbst isolieren, teilt Gesundheitsminister David Clark mit. An den Flughäfen werde das medizinische Personal bei Flügen aus Hongkong, Japan, Südkorea, Singapur und Thailand aufgestockt.

03.39 Uhr: Infektionsfälle in Südkorea steigen auf über 2.000

In Südkorea steigt die Zahl der Infizierten um 256 auf 2.022 Fälle. Das teilt die Seuchenschutzbehörde mit. Die südkoreanische Boygroup BTS sagt ihre Konzerte für April ab. Korean Air Lines will bei allen Passagieren auf Flügen in die USA Fieber messen und niemanden mitnehmen, der mehr als 37,5 Grad Körpertemperatur aufweist.

03.29 Uhr: Moody's rechnet mit weltweiter Rezession

Die Ratingagentur Moody's rechnet in der ersten Jahreshälfte mit einer Rezession weltweit und in den USA als Folge des Ausbruchs des Coronavirus. Die anfängliche Einschätzung, dass das Virus auf China beschränkt werden könne, sei zu optimistisch gewesen. Die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie steige.

Freitag, 28. Februar, 01.06 Uhr: 327 Neu-Infektionen in China

Am Donnerstag hat es in China 327 neue Fälle gegeben. Einen Tag zuvor waren es noch 433, wie die Nationale Gesundheitsbehörde mitteilt. Damit gibt es auf dem Festland Chinas insgesamt 78.824 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte. Die Zahl der Toten stieg um 44 auf insgesamt 2.788.

Donnerstag 27. Februar, 23.50 Uhr: Erster Coronavirus-Fall in Hamburg bestätigt

Erstmals ist in Hamburg eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen worden. Es handele sich um einen Mitarbeiter der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), teilten die Klinik und die Hamburger Behörde für Gesundheit am Donnerstagabend mit. Der Mann sei in Italien im Trentino im Urlaub gewesen und am Sonntag an seinen Wohnort nach Schleswig-Holstein zurückgekehrt.

Am Montag habe er am UKE gearbeitet – und dann am Dienstag während der Arbeit Krankheitssymptome entwickelt. Daraufhin habe er den Dienst abgebrochen, hieß es weiter. Alle Kinder und Eltern, die engen Kontakt mit dem Mitarbeiter hatten, gehen demnach nun 14 Tage in Quarantäne – je nach Gesundheitszustand im UKE oder zu Hause. Auch andere Mitarbeiter gehen nun in eine häusliche Isolation.

Der Infizierte selbst ist demnach in stabilem Zustand und in häuslicher Quarantäne. Seine Kontaktpersonen sollten informiert und getestet werden. Das Trentino sei nicht als Risikogebiet für das neuartige Coronavirus definiert gewesen, hieß es. Der Fachstab Seuchenschutz der Hamburger Gesundheitsbehörde kam noch in der Nacht mit Experten des UKE zusammen, um über die Maßnahmen und das weitere Vorgehen zu beraten. Details sollen in einer Pressekonferenz am Freitag bekanntgegeben werden.

23 Uhr: Erster Coronavirus-Fall in Hessen nachgewiesen

In Hessen ist ein erster Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Bei einer Person im Lahn-Dill-Kreis sei der Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte der Landkreis am Donnerstagabend mit. Hessens Minister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne), und Landrat Wolfgang Schuster wollen am Freitagvormittag (10.00 Uhr) bei einer Pressekonferenz informieren.

22.38 Uhr: Erster Coronavirus-Fall in den Niederlanden

In den Niederlanden ist der erste Fall einer Coronavirus-Infektion festgestellt worden. Es gehe um einen Mann, der in einem Krankenhaus in der südöstlichen Stadt Tilburg liege, teilte Gesundheitsminister Bruno Bruins im niederländischen TV mit.

Der Mann sei erst kürzlich aus der Lombardei in Norditalien zurückgekehrt und liege jetzt auf der Isolationsstation. Über seinen Gesundheitszustand wurden vorerst keine weiteren Angaben gemacht.

22.35 Uhr: Schlechter Tag für die Wall Street

Die Wall Street hat angesichts wachsender Furcht vor dem neuartigen Coronavirus erneut einen schwarzen Tag erlebt. An der New Yorker Börse verlor der Aktienindex Dow Jones am Donnerstag 1.200 Punkte oder 4,4 Prozent. Das war der größte Wertverlust seit mehr als zwei Jahren. Auch der Aktienindex S&P 500 verlor 4,4 Prozent. Der Technologie-Index Nasdaq büßte gar 4,6 Prozent ein.

Die Aktienkurse an der Wall Street sind seit Wochenbeginn deutlich abgerutscht. Die New Yorker Börse könnte damit die schlimmste Woche seit der Finanzkrise im Jahr 2008 erleben. Das Coronavirus hat Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Anleger befürchten Auswirkungen des Virus auf das Wirtschaftswachstum.

21.35 Uhr: Neuer Coronavirus-Fall in Bayern

In Bayern gibt es einen neuen Coronavirus-Fall. Es handele sich um einen Mann aus Mittelfranken, der in Deutschland Kontakt mit einem infizierten Italiener hatte, teilte das Gesundheitsministerium in München mit. Der Italiener sei erst nach seiner Rückkehr nach Italien positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.

Die Infektion des Mittelfranken wurde nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Abend bestätigt, wie ein Ministeriumssprecher weiter erklärte. Das zuständige Gesundheitsamt habe begonnen, Kontaktpersonen des Mannes zu ermitteln. Einzelheiten sollen am Freitag mitgeteilt werden.

20.41 Uhr: Frau in Schweden nach Deutschland-Reise positiv getestet

Nach einem Aufenthalt in Deutschland ist eine Frau in Schweden positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Sie habe sich in Deutschland mit dem Virus angesteckt, teilte die schwedische Gesundheitsbehörde mit. Die Frau befindet sich nach Angaben der schwedischen Behörden nun in einem Krankenhaus in Uppsala 70 Kilometer nördlich von Stockholm.

Insgesamt wurden am Donnerstag fünf neue Coronavirus-Fälle in Schweden nachgewiesen, darunter eine Person in Stockholm, die sich während einer Reise in den Iran mit dem Virus angesteckt hat. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in dem skandinavischen EU-Land stieg damit auf sieben. Beim Nachbarn in Norwegen kamen nach dem ersten Fund am Mittwoch am Donnerstagabend drei weitere hinzu.

19.57 Uhr: Quarantäne: Deutsche Botschaft in Nordkorea schließt vorübergehend

Das Auswärtige Amt wird seine Botschaft in Nordkorea vorübergehend schließen und das Personal bei nächster Gelegenheit befristet abziehen. Grund ist die massiv beschränkte Bewegungsfreiheit der Diplomaten, die auf dem Botschaftsgelände unter Quarantäne stehen, wie es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß.

Angesichts der Krise um das neuartige Coronavirus hatten die Behörden des abgeschotteten Staats sämtliche Land-, Zug- und Flugverbindungen ins Ausland eingestellt – auch für Diplomaten. Alle Ausländer in Nordkorea stehen derzeit unter Quarantäne. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" über die Botschaftsschließung berichtet.

Weiter hieß es aus dem Ministerium, die Bundesregierung habe ihren Protest dagegen der nordkoreanischen Regierung mehrfach zur Kenntnis gebracht. Sobald ein normaler Dienstbetrieb wieder möglich ist, plant das Auswärtige Amt diesen wieder aufzunehmen. Weiter hieß es den Kreisen zufolge, Nordkorea habe angekündigt, einen Flug für ausreisewillige Ausländer von Pjöngjang nach Wladiwostok in Russland zu organisieren.

19.48 Uhr: Vier weitere Fälle in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg haben sich vier weitere Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Das teilte das Sozialministerium in Stuttgart mit. Damit stieg die Zahl der bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen in dem Bundesland auf acht.

Bei drei der neuen Fälle handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald beziehungsweise der Stadt Freiburg. Sie hatten an einem Business-Meeting in München teilgenommen und gehören laut Robert Koch-Institut zu 13 Kontaktpersonen eines italienischen Teilnehmers, der in Italien positiv getestet worden war. Die drei Patienten sind in einer Klinik.

Ein weiterer bestätigter Fall wurde aus dem Landkreis Böblingen gemeldet. Dieser steht im direkten Zusammenhang mit einem 25 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Göppingen, der sich in Italien angesteckt hatte und dessen Fall am Dienstagabend bekanntgeworden war. Bei dem Mann aus dem Landkreis Böblingen handelt es sich um eine Kontaktperson der infizierten Reisebegleiterin des 25-Jährigen. Infiziert ist zudem der 60 Jahre alte Vater der Reisebegleiterin. Vater und Tochter werden in Tübingen isoliert behandelt.

Am Mittwochabend hatte das Ministerium zudem einen Fall in Rottweil mitgeteilt – dort wird ein infizierter 32-Jähriger beobachtet. Er hatte sich nach seiner Rückkehr aus Italien wegen grippeähnlicher Symptome beim Gesundheitsamt gemeldet.

19.18 Uhr: 14 weitere Infektionen in Nordrhein-Westfalen

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Nordrhein-Westfalen hat sich deutlich erhöht. Am Abend seien 14 neue Fälle im Kreis Heinsberg bestätigt worden, teilt das Gesundheitsministerium in Düsseldorf mit. Damit seien dort nun insgesamt 20 Personen infiziert.

Alle der aktuell positiv Getesteten seien in häuslicher Quarantäne, eine stationäre Behandlung sei nicht notwendig. Aus dem Kreis Heinsberg stammt auch ein Ehepaar, bei dem die Erkrankung in Nordrhein-Westfalen zuerst festgestellt worden ist. Auch in Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz gibt es einen weiteren Infizierten.

Coronavirus: Was bisher passiert ist

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2020-02-28 16:53:00Z
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