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Angela Merkel ruft zu Kampf gegen Hass, Rassismus und Antisemitismus auf - WELT

Angela Merkel ruft zu Kampf gegen Hass, Rassismus und Antisemitismus auf - WELT

Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls hat Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufgerufen, die 1989 errungene Freiheit gegen neue Anfeindungen zu verteidigen. „Der 9. November, in dem sich in besonderer Weise sowohl die fürchterlichen als auch die glücklichen Momente unserer Geschichte widerspiegeln, ermahnt uns, dass wir Hass, Rassismus und Antisemitismus entschlossen entgegentreten müssen“, sagte die CDU-Politikerin am Samstag in Berlin bei der zentralen Gedenkfeier.

Zugleich forderte sie die Menschen bei den zentralen Feierlichkeiten in Berlin am Samstag auf, sich nicht entmutigen zu lassen. „Keine Mauer, die Menschen ausgrenzt und Freiheit begrenzt, ist so hoch oder so breit, dass sie nicht doch durchbrochen werden kann“, sagte Merkel in der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen an der Bernauer Straße.

Merkel erinnerte an die Versöhnungskirche, die früher an der Stelle gestanden hatte. 1985 wurde sie auf Veranlassung der DDR-Regierung gesprengt. „Das war nichts anderes als ein Akt der Menschenverachtung“, sagte die Bundeskanzlerin. Zugleich würdigte sie die Menschen, die sich dem SED-Staat entgegenstellten.

„Ich erinnere an die, die an der Mauer getötet wurden, weil sie die Freiheit suchten“, so Merkel, sie verwies auch auf rund 75.000 Menschen, die in der DDR inhaftiert waren, weil sie die Freiheit suchten. „Ich erinnere an die, die unterdrückt wurden und ihre Träume begraben mussten“, so die Kanzlerin.

Der 9. November sei ein Schicksalstag der deutschen Geschichte, sagte sie und erinnerte an die Pogromnacht der Nazis von 1938. Darauf gefolgt seien Menschheitsverbrechen und der Holocaust.

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30 Jahre Freiheit

Merkel mahnte, für die Errungenschaften eines vereinten Europas einzutreten. Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde müssten immer wieder neu verteidigt werden. Dies sei in Zeiten tief greifender technologischer und globaler Veränderungen aktueller denn je, aber auch schwierig. „Der Beitrag des Einzelnen mag klein erscheinen, doch davon dürfen wir uns nicht entmutigen lassen“, sagte sie.

Auf dem Weg von der zentralen Mauer-Gedenkstätte zur Kapelle der Versöhnung stoppte die Kanzlerin immer wieder und kam mit den wartenden Zuschauern ins Gespräch. Dem fünfjährigen Theodor erzählte Merkel, dass die Menschen hinter der Mauer eingesperrt gewesen seien, weil sie nicht weglaufen sollten. Sie selbst habe ihre Oma deshalb nur einmal im Jahr sehen können. Anderen Wartenden schüttelte Merkel die Hand und fragte sie kurz nach ihren Erlebnissen im Zusammenhang mit der Mauer.

Germany Berlin Wall Anniversary
Merkel in der Menge. Immer wieder wird sie um Selfies gebeten
Quelle: AP/Michael Sohn

Steinmeier dankt Osteuropäern für ihren Beitrag zum Mauerfall

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dankte anlässlich des Jubiläums den Menschen in Tschechien, der Slowakei, in Ungarn und Polen für ihren maßgeblichen Beitrag zur Wiedervereinigung. „Ohne den Mut und den Freiheitswillen der Polen und Ungarn, der Tschechen und Slowaken wären die friedlichen Revolutionen in Osteuropa und die deutsche Einheit nicht möglich gewesen“, sagte er am Samstag.

Steinmeier sprach am Denkmal für die vier Visegrád-Staaten, das an deren Beitrag zum Fall der Mauer erinnert. Zum Denkmal war er mit den Staatsoberhäuptern dieser Länder gekommen. Er hatte sie zum 30. Jahrestag des Mauerfalls nach Berlin eingeladen. Heute erinnere man sich an eine große historische Leistung. Europa sei glücklicherweise vereint, sagte Steinmeier.

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Das Denkmal liegt unweit der zentralen Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße. Dort hatten Steinmeier sowie Zuzana Caputová (Slowakei), Milos Zeman (Tschechien), Andrzej Duda (Polen) und János Áder (Ungarn) zuvor an den Feierlichkeiten teilgenommen.

Der Bundespräsident hatte die vier Staatsoberhäupter am Vormittag im Schloss Bellevue begrüßt. Später soll es dort ein gemeinsames Mittagessen geben.

„Der Verlauf der Mauer wäre heute nicht mehr denkbar“

Jahrelang hinderte die Berliner Mauer Menschen daran, aus der DDR in die BRD zu gelangen. In einem Überblick zeigt WELT-Redakteurin Daniela Will, wie die Mauer in der heutigen Zeit verlaufen würde.

Quelle: WELT / Daniela Will

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2019-11-09 13:37:00Z
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