
Im Verfahren gegen Ex-Mitarbeiter der Bremer BAMF-Stelle hat die Staatsanwaltschaft einem Bericht zufolge die Ermittlungen ausgeweitet. Untersucht wird die Rolle von sieben Personen beim mutmaßlichen Asylmissbrauch.
Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen wegen mutmaßlichen Asylmissbrauchs in der Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migation und Flüchtlinge (BAMF) ausgeweitet. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf die Anklageschrift gegen die frühere Leiterin der Behörde und zwei Rechtsanwälte.
Die drei Angeklagten stehen im Verdacht, systematisch Asylbewerbern Vorteile verschafft zu haben, für die die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben waren - sie sollen etwa Mandanten der zwei Juristen vor der Abschiebung bewahrt oder Folgeanträge abgelehnter Bewerber unsauber bearbeitet haben.
BAMF-Chefin soll Rechtsanwalt bewundert haben
Inzwischen stehen dem Bericht zufolge sieben ehemalige Bremer BAMF-Mitarbeiter und ein früherer Vorgesetzter in der Nürnberger BAMF-Zentrale im Fokus der Ermittler - letzterer mache von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Auch gegen eine Bremer Rechtsanwältin, die für ihre Mandanten Asylanträge in Bremen gestellt haben soll, wird ermittelt. Insgesamt geht es um mutmaßliche 121 Straftaten zwischen 2014 und 2018.
Als Motiv vermutet die Staatsanwaltschaft laut "Spiegel" eine besondere Nähe zu einem der zwei angeklagten Anwälte: Für ihn habe sie eine tiefe, an Verehrung grenzende Zuneigung empfunden. Für die Prüfung der Anklageschrift und die Eröffnung eines Strafprozesses ist das Bremer Landgericht zuständig. Ein vorläufiges Berufsverbot für die angeklagten Juristen soll bereits beantragt sein.
2019-09-21 09:32:00Z
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