Bei einer hochdramatischen Flugzeugentführung 1985 wurde US-Marinetaucher Robert Stethem (23) verprügelt, in den Kopf geschossen und aus der Maschine aufs Rollfeld geworfen!
Jetzt, 34 Jahre nach der Kaperung der US-Passagiermaschine und der anschließenden Entführung von 161 Passagieren und Crew-Angehörigen, hat die griechische Polizei einen mutmaßlichen Beteiligten festgenommen. Dies sei auf Antrag deutscher Behörden erfolgt, teilte die Polizei am Samstag mit. Es lägen zwei europäische Haftbefehle vor.
Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts in Karlsruhe sagte auf Nachfrage zu BILD: „Zu diesem Fall geben wir derzeit keine Stellungnahme ab.“
Am 14. Juni 1985 entführte die terroristische „Organisation für die Unterdrückten der Welt“, die Verbindungen zur Hisbollah gehabt haben soll, die Maschine 847 der Trans-World-Airline auf ihrem Flug von Athen nach Rom. Für Crew und Passagiere begann ein mehrtägiger Irrflug durch die Mittelmeerregion, bei dem Stethem ermordet wurde. Einige Dutzend Passagiere wurden von der Terrororganisation bis zu ihrer Freilassung zwei Wochen festgehalten.
Es bestehe der Verdacht, dass der jetzt auf Mykonos Festgenommene 1987 im Austausch für die zwei deutschen Geiseln Thomas K. und Heinrich S. aus der Haft entlassen worden ist, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Deutschen sollen demnach im Libanon von Komplizen des heute 65-Jährigen entführt worden sein, die ihn dann freigepresst haben sollen.
Der Mitarbeiter der griechischen Polizei sagte, der Verdächtige sei bereits am Donnerstag, dem 19. September, von Bord eines Kreuzfahrtschiffs auf der Insel Mykonos an Land gegangen. Dort sei der Mann aufgrund des Gesuchs der deutschen Behörden festgenommen worden. Er sei in ein Hochsicherheitsgefängnis nahe Athen gebracht worden, wo ihn Vertreter deutscher Behörden identifiziert hätten.
US-Pilot 17 Tage im Irrflug
Der amerikanische Kapitän John Testrake wurde unter Waffengewalt dazu gezwungen, in der Mittelmeerregion 17 Tage von Flughafen zu Flughafen zu fliegen.
Die 161 Passagiere und Crew-Angehörige waren von den Entführern wiederholt gefesselt und geschlagen, außerdem wurde ihnen mit dem Tod gedroht. Die Männer forderten die Freilassung Hunderter libanesischer Gefangener aus israelischen Gefängnissen – und waren teilweise erfolgreich. Den Angaben nach entließen die Israelis tatsächlich 31 Schiiten. Mohammed A. wurde von der deutschen Polizei 1987 in Frankfurt am Main festgenommen.
2019-09-21 17:39:00Z
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