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Alternativer Nobelpreis: Greta - wer sonst? - tagesschau.de

Alternativer Nobelpreis: Greta - wer sonst? - tagesschau.de

Mit dem "Right Livelihood Award" werden oft Menschen geehrt, die eher nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen. Bei der diesjährigen Verleihung des alternativen Nobelpreises ist das anders.

Von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Wie spricht man den Namen bloß aus? Das ist eigentlich die klassische Frage nach Bekanntgabe der Preisträger der "Right Livelihood"-Stiftung. Frauen und Männer, die in ihrer Heimat zwar viel für die Lösung globaler Probleme getan hatten, aber international wenig bekannt waren.

Diesmal ist es in einem Fall anders: Den 40. "Right Livelihood Award" teilen sich vier Frauen und Männer, darunter eine junge Bekannte, so Stiftungsdirektor Ole von Uexküll: "Mit Greta Thunberg ehren wir eine der einflussreichsten Vertreterinnen der Zivilgesellschaft weltweit und weisen gleichzeitig auf die Kraft eines jeden Menschen, politisch etwas zu verändern."

Auf den "richtigen Weg" gewiesen

Es ist der nächste Preis für die 16-jährige Schwedin, die Millionen vor allem Jugendliche mobilisiert hat und gerade erst von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zur "Botschafterin des Gewissens" gemacht worden ist. Jetzt also die Stockholmer Stiftung, die Menschen für ihre "richtige Lebensweise" auszeichnet - im Fall Greta wohl auch dafür, dass sie vielen Menschen und ihren Regierungen eine völlig falsche Lebensweise und Klimapolitik vorwirft.

"Es ist merkwürdig, wie wir Menschen alle in eine Richtung gehen können, die am Ende unsere Existenz bedroht, und trotzdem das Gefühl haben, wir sind auf dem richtigen Weg, weil alle anderen ja auch mitlaufen", sagt von Üexküll. "Greta Thunberg hat diese Illusion zerbrochen und sie hat vielen Menschen zu der Einsicht verholfen, dass 'business as usual' ganz sicher in die Krise führt."

Weitere Aktivisten ausgezeichnet

Neben Greta werden drei weitere Preisträger mit dem jeweils mit einer Millionen Kronen, umgerechnet etwa 94.000 Euro dotierten Preis ausgezeichnet. Sie kommen aus Afrika, China und Südamerika: "Aminatou Haidar bekommt den 'Right Livelihood Award' für ihren unerschütterlichen gewaltlosen Widerstand im Streben nach Gerechtigkeit und Selbstbestimmung für das Volk der Westsahara", sagt von Üexküll.

"Guo Jianmei für ihre bahnbrechende und beharrliche Arbeit zur Sicherung der Frauenrechte in China, Davi Kopenawa und die Vereinigung Yanomami Hutukara für ihre mutige Entschlossenheit, die Wälder und die Artenvielfalt des Amazonas sowie das Land und die Kultur seiner Ureinwohner zu schützen."

Das klingt schon eher wie all die Jahre zuvor, in denen die "Right Livelihood"-Stiftung herausragende, aber weniger berühmte und oft wegen ihrer Arbeit angefeindete und gefährdete Menschen geehrt und damit auch ein Stück weit geschützt hat.

Greta "ganz normale Preisträgerin"

Greta Thunberg ist dagegen bereits ein Weltstar und doch laut von Uexküll eine ganz normale Preisträgerin. "Prominenz um der Prominenz willen ist kein Kriterium. Wir schauen hauptsächlich auf die Leistungen der Kandidatinnen und Kandidaten", erklärt er. "Bei Greta hat sie es natürlich geschafft, auch die große Medienaufmerksamkeit zu nutzen für die politische Sache und sehr sinnvoll zu kanalisieren. Das ist Teil ihrer Arbeit, für die sie ausgezeichnet wird."

Die Preisverleihung ist am 4. Dezember in Stockholm. Es ist unklar, ob Greta dabei ist, denn eigentlich wollte sie zu der Zeit bei der Weltklimakonferenz in Chile sein. Übrigens auch am 10. Dezember noch. Dann wird in Oslo der "echte" Friedensnobelpreis verliehen. Natürlich ist Greta nominiert und wird von Wettbüros als Top-Favoritin genannt.

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2019-09-25 07:00:00Z
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