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Toter Junge am Bahnhof Frankfurt: Mutmaßlicher Täter seit Tagen gesucht - WELT

Toter Junge am Bahnhof Frankfurt: Mutmaßlicher Täter seit Tagen gesucht - WELT

Der mutmaßliche Täter von Frankfurt am Main wurde seit dem vergangenen Donnerstag von der Schweizer Polizei gesucht. Der Mann habe seine Nachbarin mit einem Messer bedroht, eingesperrt und sei dann geflohen. Daraufhin sei er in der Schweiz zur Festnahme ausgeschrieben worden, sagte Bundespolizeipräsident Dieter Romann am Dienstag in Berlin. Der 40 Jahre alte Mann aus Eritrea sei in der Schweiz bereits mehrfach wegen Gewalttätigkeiten aufgefallen, sagte er.

2006 sei der Mann unerlaubt in die Schweiz eingereist und habe dort Asyl beantragt, was ihm zwei Jahre später gewährt worden sei. Geboren sei er 1979 in Eritrea. „Er besitzt seitdem in der Schweiz die Niederlassungsbewilligung der Kategorie C, das heißt gut integriert“, sagte Romann. Der Verdächtige sei einer festen Arbeit nachgegangen, „aus Sicht der Ausländer- und Asylbehörden in der Schweiz vorbildlich“. Der Mann sei in Publikationen sogar als Beispielfall gelungener Integration genannt worden, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

Der mutmaßliche Täter vom Frankfurter Hauptbahnhof ist verheiratet und hat drei Kinder. Das hatte die Staatsanwaltschaft Frankfurt bei einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag mitgeteilt. Der Eritreer habe am Montagmorgen zunächst eine 40-Jährige aus dem Hochtaunuskreis auf die Bahngleise gestoßen und anschließend ihren Sohn. Während sich die Frau zur Seite rollen konnte, konnte dies das achtjährige Kind nicht mehr. Anschließend habe der Mann versucht, eine 78-Jährige ebenfalls auf die Gleise zu stoßen, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Das gelang ihm jedoch nicht. Die Frau erlitt eine Schulterverletzung. Der Mann flüchtete aus dem Bahnhof und wurde von Zeugen des Vorfalls verfolgt. In der Nähe des Bahnhofsgebäudes konnte er von Polizisten festgenommen werden.

Der 40-Jährige besitzt laut Staatsanwaltschaft die eritreische Staatsbürgerschaft und hat seit 2006 in der Schweiz, im Kanton Zürich, gelebt. Vor wenigen Tagen sei er aus Basel mit dem Zug nach Deutschland gekommen. Das Motiv der Tat ist noch völlig unklar, der Mann hat sich laut Staatsanwaltschaft bisher dazu nicht geäußert.

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Der Mann wird am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt. Ihm wird Mord und zweifacher Mordversuch vorgeworfen, was eine lebenslange Freiheitsstrafe bedeuten könnte. Unklar ist, ob er unter einer psychischen Erkrankung leidet. Dies werde untersucht, so die Sprecherin. Es gebe keine Anhaltspunkte für Alkohol- oder Drogeneinfluss, sagte sie. Ein Atemalkoholtest kurz nach der Festnahme habe den Wert von 0,0 Promille ergeben. Es gebe keine bisher bekannte Verbindung des Mannes zu dem Fall in Wächtersbach, bei dem ein Eritreer verletzt wurde. In Deutschland sei er bislang nicht polizeibekannt gewesen. Der Haftrichter entscheidet, ob der Mann in Untersuchungshaft verbleibt. Die Ermittlungen laufen weiter, Zeugen werden befragt, und das Videomaterial vom Hauptbahnhof wird ausgewertet.

Nach der Tat zeigt sich auch die eritreische Gemeinschaft in der Schweiz schockiert. Die Menschen seien zutiefst bestürzt, sagte Yonas Gebrehiwet, Mediensprecher des Eritreischen Medienbund Schweiz, der Online-Ausgabe der Zeitung „Blick“. Die Gemeinschaft fürchte nun die Reaktionen aus der Schweizer Gesellschaft: „Wir haben Angst, dass das Geschehene gegen uns eingesetzt wird“, sagte Gebrehiwet weiter. „So etwas wird benutzt, um Angst und Hass zu verbreiten. Es wird dadurch wieder Öl ins Feuer gegossen.“

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2019-07-30 13:42:00Z
https://www.welt.de/politik/deutschland/article197700245/Mutmasslicher-Taeter-von-Frankfurt-seit-mehreren-Tagen-gesucht.html

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